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Call of Duty 2

Erste Einblicke von Felix

Entwickler: Infinity Ward
Herausgeber: ASH
System: Mac OS X
Erscheint: Sommer 2006 in Deutsch
Demo: n.v.
Genre: Action
sonstige Kosten: keine
Vorauss. Kaufpreis: 45-50 ¤
Freigabe: ab 18 Jahren, Infos zur USK
Rund ein halbes Jahr nach der Windows-Version feierte Call of Duty 2 für Mac OS X auf der MacExpo 2006 seine Deutschlandpremiere und Games4Mac hatte die Gelegenheit den Shooter einmal anzuspielen. Call of Duty 2 war mit einem Budget von 14,5 Millionen US-Dollar recht teuer, besonderes Augenmerk legten die Entwickler von Infinity Ward auf die Sprachausgabe, immerhin gab man dafür rund 1,16 Millionen US-Dollar aus.

Wie auch der erste Teil spielt Call of Duty 2 während des Zweiten Weltkriegs, dabei setzt man erneut auf das bewährte Konzept, den Krieg aus verschiedenen Blickwinkeln zu spielen. Den Anfang macht Vasili Ivanovich Koslov, der mit der Roten Armee Stalingrad zurückerobert. Nachdem die Stadt an der Wolga wieder den Russen gehört, geht es für den Spieler in wärmere aber nicht minder actionreiche Gefechte nach Afrika. In El Alamein und Libyen bestreitet der Spieler mit den Briten John Davis und in zwei Missionen mit David Welsh unter anderem Panzerschlachten, ehe es wieder nach Europa ins französische Caen geht. Zum Schluss zieht man noch mit dem Amerikaner Bill Taylor in den Krieg, beispielsweise am D-Day – jedoch nicht am Omaha Beach, sondern ein paar Kilometer weiter in den Klippen von Pointe du Hoc. Die drei Kampagnen bieten insgesamt 27 Missionen, eine packende Hintergrundgeschichte bietet Call of Duty 2 hingegen nicht.

Zu Beginn des Kriegspiels lernt der Spieler bei den Sowjets in einem Tutorial, wie man mit den Waffen und Handgranaten – Entschuldigung, Kartoffeln – umgeht. Doch ehe man sich versieht, warnt ein russischer Späher, dass die Deutschen unserem Trainingscamp gefährlich nahe kommen...

Gegner en masse

An Feinden mangelt es dem Spieler in Call of Duty 2 ganz sicher nicht. Gegnerische Einheiten werden munter nachproduziert und so hilft es dem Spieler wenig, wenn er sich auf die Lauer legt und hofft nach drei bis fünf Minuten alle Deutschen ausgeschaltet zu haben – so grotesk es klingt, aber teilweise hat man das Gefühl, dass die gesamte Wehrmacht vor einem steht. Erst wenn ein bestimmter Punkt im Level erreicht ist, stoppt das Spiel die Generierung. Gleiches gilt im Übrigen auch für Kameraden, diese rücken ebenso munter nach.

Ist ein Gegner zu Boden gegangen, heißt dies in Call of Duty 2 nicht unbedingt, dass er sofort tot ist. Einige Soldaten schleppen sich angeschossen über den Boden und feuern dabei mit der Pistole noch ein paar Schüsse ab. Allerdings sind dies alles vorberechnete Sequenzen, die zu allem Überdruss sehr gekünstelt aussehen. Eine richtige Physikengine mit Ragdoll-Technik sucht man im Spiel vergebens.

Besonders intelligent sind weder die Deutschen noch ihre Gegner, teilweise kauern diese versteckt und regungslos in ihren Schützengräben, während auf dem freien Feld die Schlacht nur so tobt. Ähnliches sieht man auch in kleinen Dörfern, so wechseln die computergesteuerten Pappenheimer kaum ihre Positionen und sind so leichtes Kanonenfutter. Positiv anzusehen ist aber, dass sie sich hinter Mauervorsprüngen oder ähnlichem verstecken, um dann aus ihren Verstecken die Angreifer zurückzuschlagen. Immerhin: Die Gegner und Kameraden agieren klüger, als noch im ersten Teil.

Eine weitere Neuerung in Call of Duty 2 ist, dass es keinen Gesundheitsbalken mehr gibt. Je nach eingestelltem Schwierigkeitsgrad wirken sich die eingefangenen Kugeln auf die Gesundheit aus und werden mit der Zeit automatisch geheilt – somit entfallen auch sämtliche Medipacks. Die Schnellspeichertaste sucht man ebenfalls vergebens – gespeichert wird automatisch und das nur an bestimmten Checkpoints in dem jeweiligen Level.

Gefechte im Internet

Call of Duty 2 bietet natürlich auch einen Mehrspielermodus im Internet und im lokalen Netzwerk an. Hier auf der MacExpo konnten wir diesen jedoch nicht wirklich anschauen, da die iMacs in der GamesArea über keinen Internetzugang verfügen. Es stehen fünf Spielmodi zur Wahl: Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag, Suchen & Zerstören sowie Hauptquartier.

Atmosphäre pur

Atmosphärisch steht der Nachfolger seinem Vorgänger in nichts nach. Eine fantastische Grafik und ein bombastischer Sound vermitteln dem Spieler, dass man sich direkt im Geschehen befindet. An allen Ecken und Kanten wummert und rumst der Bass nur so von Granateinschlägen oder von vorbeifliegenden Kugeln, die Todesschreie sterbender Soldaten klingen beängstigend echt. Allen voran Grafikeffekte wie der Rauch von Nebelgranaten, der Schnellfall oder aufspritzender Morast sind einfach nur grafische Leckerbissen, wie es sie bisher kaum auf dem Mac zu bestaunen gab.

Allerdings fordern all die grafischen Highlights auch ihren Tribut an Rechenleistung. Um in vollen Details spielen zu können, wird ein aktueller PowerMac G5 mit guter Grafikkarte und viel Arbeitsspeicher benötigt. Dennoch: Auf dem hier getestetem Intel iMac lief das Spiel in mittleren Details sehr vernünftig.

Aber auch die Kommunikation (Battle Chat System) zwischen den Soldaten während des Gefechts haben es in sich. So ruft uns ein Kamerad mal zu, hinter welcher Mauer sich die Nazis verstecken oder die Deutschen warnen sich untereinander, in welchem Keller sich ihre Feinde verstecken. Allerdings verspotten sich Freund und Feind auch untereinander und dies teilweise sehr makaber, so ruft einem ein deutscher Soldat im französischen Caen zu: "Wenn der Krieg vorbei ist, braucht ihr Briten eine größere Insel – um die ganzen Toten zu begraben!" Zu loben ist aber auch der orchestrale Soundtrack des Spiels.

Fazit

Der erste Eindruck von Call of Duty 2 ist phantastisch und vermittelt erschreckend realistisch die Grausamkeit des Zweiten Weltkriegs, dazu trägt vor allem die beeindruckende Grafik und der bombastische Sound bei. Allerdings gibt es auch Tadel, so ist die Spielzeit im Einzelspielermodus mit neun bis elf Stunden nicht sonderlich lang, die automatische Nachgenerierung von Gegner mutet teilweise wie Moorhuhnschießen in 3D an und die fehlende Physikengine trübt den Spielspaß etwas. Trotz der Kritik darf mit Fug und Recht behauptet werden, dass Call of Duty 2 aktuell der wohl beste Weltkriegsshooter ist.

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POSITIV
- atemberaubende Atmosphäre
- tolle Grafikeffekte
- bombastischer Sound
- spielbar als russischer, englischer und amerikanischer Soldat
- Battle Chat System
- gutes Filmmaterial in den Zwischensequenzen
NEGATIV
- kurze Spielzeit mit etwa 10 Stunden
- teilweise unverhältnismäßig viele Gegner
- keine Physikengine mit Ragdoll-Technik
Ersteinschätzung
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n. getestet)
mittel

MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G5 / Core 1,8 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
4 GB Festplatte
DVD-Laufwerk
Mac OS X 10.3.9
G5 / Core 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.5
G5 / Core 2,5 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.6
iMac Core Duo 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.6