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Imperial Glory

Erste Einblicke von Dmitri

Entwickler: Pyro Studios
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X
Erscheint: Winter 2006 in Deutsch
Demo: Ja, Download now!
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Vorauss. Kaufpreis: 45-50 ¤
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Feral meint es gut mit Games4Mac und spendierte uns doch tatsächlich eine spielbare Vorab-Version des viel versprechenden Strategicals Imperial Glory für exklusive Einblicke. Angesiedelt im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert bekommen wir hier zwar nicht den vielgeforderten PC-Genrekönig Rome - Total War, dafür aber ein artverwandtes Strategiespiel aus dem Hause Pyro Studios.

Auf dem PC bereits seit Mai 2005 erhältlich erreicht der Titel nun also in Kürze endlich auch unsere Macintosh Plattform. Geändert wurde dabei natürlich herzlich wenig, abermals verdient ihr euch als Staatsmann des Napoleonischen Zeitalters eure Brötchen. Als potenzielle Arbeitgeber stehen dabei die fünf viel versprechendsten Nationen der damaligen Zeit zur Wahl: Großbritannien, Frankreich, Russland, Preußen und Österreich-Ungarn. Kleinere Nationen wie zum Beispiel Portugal oder Schweden werden hier leider ausschließlich von dem Computer gespielt und sind leider auch nicht freischaltbar, was dem Dauerspaß leider eher abträglich ist. Somit lässt Imperial Glory uns nicht am Schicksal des Osmanischen Reichs, Spaniens oder Dänemarks teilhaben.

Doch konzentrieren wir uns auf die Kampagne, die anderen Spielmodi werden wir im ausführlichen Testbericht noch detailliert besprechen. Ab dem Jahr 1789 kümmert ihr euch fortan um die Organisation des Militärs, den Ausbau der Städte und die Forschung, um später bessere und stärkere Einheiten und Gebäude errichten zu können. Die Spielkarte wurde dabei in bester Risiko-Manier in einzelne Teile zerstückelt, deren Zugehörigkeit durch die Farbe eines Landes symbolisiert wird. Jedes Fleckchen Erde erwirtschaftet monatlich eine gewisse Summe an Geld, Rohstoffen, Nahrung und Menschen vier wichtige Dinge, um einen erfolgreichen Grundstock für ein Imperium zu legen.

Diese Ressourcen werden selbstverständlich für alle möglichen Tätigkeiten verbraten, herrscht irgendwo Mangel, könnt ihr auch versuchen, euch mit euren Nachbarn über das Diplomatiemenü auf ein Handelsgeschäft zu einigen. In Sachen Diplomatie punktet Imperial Glory glücklicherweise ganz gewaltig. Neben klug inszenierten Hochzeiten und Handelsgeschäften werden hier auch Koalitionen und Verteidigungsbündnisse abgeschlossen, sowie Kriege erklärt. Leider sind die Reaktionen der künstlichen Intelligenz zum Teil nicht nachvollziehbar. Da biete ich einen Friedensvertrag + die Dreingabe von 500 Goldstücken, was entschieden abgelehnt wird, nur um mir nächste Runde einen Frieden und einen Tribut von 1000 Gold anzubieten. Leider war schon die PC-Version in dieser Hinsicht sehr anfällig und es ist wohl nicht auf Besserung zu hoffen.

Was mich etwas stört ist das reichlich lieblos formulierte Spielziel. Ihr habt vor Beginn der Kampagne nämlich lediglich die Möglichkeit entweder aus "Erobere die gesamte Karte" oder aber dem Spiel auf Zeit nach Punkten zu wählen. Doch warum gibt es nicht auf einzelne Länder beschränkte Ziele, die sich am historischen Vorbild orientieren? Als Preußen eine Vormachtstellung in Mitteleuropa aufzubauen? Oder mit Russland den Balkan und Polen zu annektieren? Dies hätte dem Spiel womöglich noch etwas mehr Würze verliehen und wäre auf jeden Fall eine interessante Abwechslung im öden Kampagnenalltag gewesen. So sorgen aber einzig und allein kleinere Aufgaben im Spiel für etwas frische Luft, auch wenn es sich meist um das simple Ansammeln irgendwelcher Ressourcen oder dem Ausbau der Handelswege handelt.

Viel Aufsehen erregte der Titel ja vorab schon durch die Screenshots von epischen Schlachten. Doch schon auf den ersten Blick macht sich bei eingefleischten Schlachtenfans etwas Enttäuschung breit. Zu Performancezwecken wurde hier offenbar stark eingegrenzt. Gerade mal 60 Mann bietet eine Infanteriekompanie auf, von denen man dann meist gerade mal so ein halbes Dutzend am Feld hat. Kavallerie besteht sogar nur aus 36 Reitern, was angesichts der extrem großen Materialschlachten der damaligen Zeit etwas seltsam wirkt. Die Einheitenanzahl lässt sich im Übrigen auch nicht wie vermutet im Optionsmenü höher stellen.

Immerhin klappt das Kommandieren per einfachen Mausklick sehr leicht, einigen Unausgewogenheiten bei den Einheiten trat man glücklicherweise mit der Konvertierung der gepatchten 1.1 PC-Version entgegen. So säbeln die billigen mit Stöcken bewaffneten Miliztruppen nicht mehr einfach alles nieder, was ihnen so vor die Nase kommt. Als ausgleichende Gerechtigkeit könnte man da manchen Jähzorn der gegnerischen Kommandeure bezeichnen, die statt sich im Gehöft zu verschanzen, lieber schnurstracks auf meine mit Haubitzen verstärkte und von Reitern flankierte Front zusteuern.

Grafisch steht wohl auch schon jetzt fest, dass der etwas angegraute Titel niemanden mehr zu Begeisterungsstürmen veranlassen wird. Zwar sind die Animationen wie das Salvenfeuer mit aufsteigenden Rauchschwaden hübsch anzusehen, aber sicherlich nicht mehr State-of-the-Art. Gleiches gilt für die teils arg kargen Landschaften. Kleinere Ungereimtheiten wie in die falsche Richtung hauende Infanteristen oder das seelenruhige Stehenbleiben versprengter Infanteristen beim Heranpirschen der Kavallerie zehrt etwas an der ansonsten guten Atmosphäre. Weniger schön ist, dass ganze Divisionen auf dem Schlachtfeld schon mal "verschwinden" und nur noch durch eine Fahne gekennzeichnet sind.

Gut gefallen hat mir hingegen die Soundkulisse des Strategietitels, deren zahlreiche ruhigere, aber dennoch dynamischen Klänge prima in die Epoche passen. Der eine oder andere Spieler wird sich vielleicht etwas martialischere Begleitmusik zu den Schlachten wünschen, Entwickler Pyro Studios hat hier aber genauso wie mit den Soundeffekten ein glückliches Händchen bewiesen.

Momentan arbeitet Feral fleißig daran, den Titel zu finalisieren, letzte Fehler zu beseitigen und Optimierungen durchzuführen, um Imperial Glory dann Mitte November 2006 zu veröffentlichen. Dank der bevorstehenden Wintertage können sich Strategiefans trotz einiger Kritikpunkte auf neues Futter freuen.

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POSITIV
- relativ unverbrauchtes Szenario
- unkompliziertes Handling
- stimmige Soundkulisse
NEGATIV
- nur fünf Nationen spielbar
- wenig Soldaten in den Schlachten
Ersteinschätzung
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
gut
(n. getestet)
mittel

MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G4 1,67 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
4 GB Festplatte
Mac OS X 10.4
G5 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
Core Duo 2 Ghz
1024 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
iMac G5 2 Ghz
2048 MB RAM
ATI Radeon 9600 (128 MB)
Mac OS X 10.4.8