Age of Empires III - The Warchiefs
Testbericht von Harald
Entwickler: Ensemble Studios
Herausgeber: MacSoft
System: Mac OS X*
Erschienen: Sommer 2007 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 25-30 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Skandal in Deutschland! Bisher unauffällige Menschen sitzen mit Kriegsbemalung,Tomahawk und starrem Blick vor ihrem Mac. Nein, wir reden nicht von Uwe Bolls neuestem Machwerk, sondern vielmehr von den Auswirkungen des gerade für den Mac erschienenen Addons zu Age of Empires III, The WarChiefs. Ehrensache, dass auch ein Indianer wie ich das Kriegsbeil ausgräbt und sich für euch in die Schlacht stürzt.
Geschichten mit Geschichte
Das Addon führt den Spieler durch zwei neue Kampagnen mit 15 Missionen und bleibt dabei der bereits bekannten Familie Black treu. Während wir Nathaniel Black und George Washington mit Freiheitskämpfern im Unabhängigkeitskrieg gegen die Engländer zur Seite stehen, suchen wir mit Chayton Black, Nathaniels Enkel, nach Gold und geraten dabei zwischen die Fronten von Indianern und Siedlern. Gerade die Verbindung von fiktiven Personen und historisch verbrieften Schlachten stellt eines der Highlights des Spiels dar und hebt sich wohltuend vom Hauptprogramm ab. Ob ihr nun ein Fort aufbauen müsst, feindliche Armeen bezwingen oder Arbeiter beschützen sollt, die Missionen fordern stets und sorgen mit Einlagen wie der berühmten Schlacht am Little Bighorn, die in Wirklichkeit General Custers Untergang bedeutete, für manches Aha-Erlebnis. Wer sich dabei unter- oder überfordert fühlt, darf zwischen drei Schwierigkeitsgraden wählen. Negativ fallen dabei allenfalls die zu kurzen Zwischensequenzen und die eher untergeordnete Rolle der Indianervölker in den Kampagnen auf. Auf die Azteken muss man dabei leider komplett verzichten.Auf dem Kriegspfad
Wer sich abseits der Missionen auf die freien Partien einlässt, bekommt mit den neuen Völkern Sioux, Irokesen und Azteken erstaunlich viele neue strategische Elemente. Zudem unterscheiden sich die einzelnen Völker auch deutlich voneinander, was ebenfalls einen klaren Fortschritt zum Hauptprogramm darstellt. Während die Azteken mit einer starken Infanterie und sehr effektiven Elite-Einheiten glänzen, verfügen die Irokesen über Artillerie und Belagerungswaffen, wohingegen die Sioux hauptsächlich auf die Kavallerie bauen. Und was sich in der Theorie nett anhört, funktioniert diesmal im Spiel auch hervorragend. So verbünden sich die Irokesen mit den Europäern, um die Azteken mit Kanonen zu schwächen, während sich diese hinter Steinmauern verbarrikadieren, um dann den Feind im richtigen Augenblick mit einer Armee von nahkampfstarken Jaguar- und Totenschädelkriegern zu überrennen. Eines haben dann aber doch alle Völker gemeinsam: die Feuerstelle. Hier versammeln sich Arbeiter zum Kriegstanz und je größer die Anzahl der Tänzer, desto größer der Bonus, welcher dabei heraus springt. Denn ihr dürft jederzeit entscheiden, ob die Arbeiter für größere Kampfkraft – sprich schnellere Einheitenproduktion, schnelleren Ressourcenabbau oder eine höhere Geschwindigkeit , mit der eure Kultur Erfahrungspunkte sammelt, tanzen lasst. Das Ende vom Lied: ihr seid ständig am Jonglieren, was nun wichtiger ist. Eine spannende und knifflige Idee.Da war doch noch was!
Und was wurde aus den alten Völkern? Keine Angst, auch die haben die Entwickler nicht vergessen und kräftig optimiert und erweitert. So verfügen auch diese über einige neue Militäreinheiten wie die Pferdeatillerie, einer schnellen und mobilen Artillerieeinheit mit sehr effektiven Kanonen, dem Spion und den Petarden – das sind Männer mit kleinen Sprengkörpern, welche auf kurzen Entfernungen vor allem Wälle und andere Verteidigungsanlagen in die Luft jagen. Insgesamt elf neue Einheiten mischen nun mit und damit noch nicht genug. So dürft ihr in der fünften Epoche entscheiden, ob ihr weiter aufsteigen oder lieber eine Revolution ausrufen wollt. Der Vorteil: die Arbeiter werden sofort zu kampfstarken Milizen umgewandelt und in der neuen Heimatstadt warten besonders mächtige Spezialeinheiten wie das Panzerschiff. Natürlich hat auch die Revolution Nachteile: keine Arbeiter, kein Rohstoffabbau. Und wem das immer noch nicht reicht, der kann sonst noch jede Menge Neues entdecken. Neue Gebäude und Spezialeinheiten sowie zusätzliche Erweiterungen für die Heimatstädte. Ebenfalls erfreulich: eure bereits hochgezüchteten Städte könnt ihr problemlos ins Addon übernehmen.Licht und Schatten
Tolle Grafik, spannende Missionen, sehr guter Soundtrack und geniale Synchronisation, Fenstermodus und anpassbare Schwierigkeitsgrade. Gibt es denn gar nichts zu meckern? Leider doch. So ist das Balancing manchmal etwas unglücklich. Die Kanonen zum Beispiel sind viel zu stark und treffsicher. Einen Geländevorteil oder Nachteil gibt es immer noch nicht und die Wegfindung ist mit unter alles andere als intelligent, wenn auch wesentlich ausgereifter als im Hauptprogramm. Zudem trüben noch zahlreiche Bugs den Spielspaß.Fazit
Wer sich mit Entscheidungen schwer tut, wird an The WarChiefs verzweifeln. Wo werden meine Arbeiter dringender gebraucht, bei der Mühle oder beim Kriegstanz? Kümmere ich mich eher um den Aufstieg oder baue ich meine Armee aus? Wo wird der Feind als erstes angreifen? Gebe ich meinem Nachbarn die Nahrungsmittel, um die er mich gebeten hat oder verbrate ich sie doch besser für neue Einheiten und schaffe mir so einen neuen Feind? Dazu die stets fordernden und zeitkritischen Missionen. Keine Frage, dieses Addon packt den Spieler und lässt ihn so schnell nicht mehr los. Und ich frage mich, wie ich Age of Empires III so viele Wochen links liegen lassen konnte. Aber das wird mir dank The WarChiefs so schnell nicht mehr passieren. Wer für Age of Empires etwas übrig hat, darf dieses Addon nicht verpassen! Ohne die Bugs hätten wir hier einen klaren 90-Prozent-Hit!
POSITIV
- spannende Missionen
- stimmige Atmosphäre
- viele Neuerungen
- stimmige Atmosphäre
- viele Neuerungen
NEGATIV
- nervige Bugs
- zu kurze Zwischensequenzen
- teilweise fragwürdige KI
- zu kurze Zwischensequenzen
- teilweise fragwürdige KI
86%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n. getestet)
mittel
sehr gut
(n. getestet)
mittel
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| G4 1,4 Ghz 512 MB RAM 64 MB Grafikkarte mit T&L Support Mac OS X 10.3.9 Age of Empires III |
G5 1,8 Ghz 1024 MB RAM 128 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.8 |
G5 / Core 2 Ghz 1536 MB RAM 256 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.10 |
MacBook Pro 2 Ghz 2048 MB RAM Radeon X1600 Mac OS X 10.4.10 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Age of Empires III - The Warchiefs" bereit.





