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Battle for Wesnoth

Testbericht von Dmitri

Lizenz: GPL
Entwickler: Battle for Wesnoth
System: Mac OS X, Windows*
Erschienen: Herbst 2005 in Deutsch
Plattform: PPC*
Genre: Strategie / Wirtschaft
Getestete Version: 1.0
Kaufpreis: kostenlos, da OpenSource
Downloads & Installationsanleitung
Zugegeben, seit Erscheinen des letzten anständigen Strategiespiels für den Mac sind schon wieder einige Wochen und Monate ins Land gegangen. Erwärmt sich das Spielerherz jetzt noch für rundenbasierte Taktiken, siehts gleich ganz zappenduster aus. Doch ein Lichtblick naht heran, "The Battle for Wesnoth" setzt auf klassische Hexfeld-Strategie mit Fantasy-Ambiente und ist obendrein sogar noch komplett kostenlos!

Kaum zu glauben, nicht wahr? Das denkt sich übrigens auch Prinz Konrad, dessen fiese Tante sich mithilfe übler Orkregimenter Macht im Land verschafft hat und den rechtmäßigen Thronerben am liebsten ein paar Meter unter der Erde sehen würde. Unerfahren im Kampf und mit nur einer kleinen Anhängerschar kämpft Konrad nun mit seiner ungeliebten Verwandten um den Thron.

Und dies ist nur eines von vielen Szenarien bei Battle for Wesnoth. Wer möchte darf beispielsweise auch einen Orkhäuptling spielen und in Rolle eines kaiserlichen Offiziers die Ostmark des Reiches vor feindlichen Übergriffen schützen. Für die nächsten Spielstunden ist bei fünf mitgelieferten Kampagnen jedenfalls bestens gesorgt, zudem lassen sich zahlreiche weitere Kampagnen problemlos über eine integrierte Option herunterladen oder gar mittels mitgelieferten Editor selbst erstellen. Gerade letzterer überzeugt durch seine einfache Bedienbarkeit, aber erfreulich komplexen Möglichkeiten und lädt kreative Köpfe geradewegs zu schöpferischen Tätigkeiten ein.

Strategie vom alten Schlage

Doch wie spielt es sich jetzt einfach? Alten Hasen wird schon bald recht klar, dass man hier die Glühbirne nicht zum zweiten Male erfunden hat. Das macht aber auch nichts, hat man denn konsequent Elemente aus den alten SSI Hexfeld Titeln (zum Beispiel Panzer General) übernommen und diese gekonnt mit Rollenspielelementen verbunden. So werden die Hintergrundstories stets vor und während der Schlachten weitergesponnen und servieren häppchenweise Storywendungen und weiterentwicklungen.

Die Kampfgebiete sind wie indes schon angedeutet in sechseckige Hexfelder unterteilt, in denen jeweils eine Einheit postiert werden darf. Zudem ist die gesamte Karte von diversen Terrainarten überzogen, die ihrerseits natürlich Auswirkungen auf die dort postierten Einheiten haben. Elfen erhalten im Wald beispielsweise einen Bonus, während Reiter auf offenem Terrain ihre Talente so richtig ausspielen können. Sehr wichtig sind auch die zahlreichen Dörfer auf der Karte, die von euch in Beschlag genommen werden dürfen und müssen. Nicht nur, da sich Einheiten hier sehr schnell zwischen den Runden erholen, auch die Steuereinnahmen aus den Kleinstädten wird für die nächste Rekrutierung dringend benötigt.

Wie für ein Strategietitel typisch, ist hier wieder der richtige Einsatz vorhandener Ressourcen gefragt. Auf einer Waldkarte macht es beispielsweise wenig Sinn Reiter in der heimischen Burganlage ausbilden zu lassen, während Elfenkrieger auf freier Pläne irgendwie verloren wirken. Zudem muss noch der Tag und Nacht Zyklus beachtet werden, denn tagsüber kämpfen Untote schlechter als rechtschaffende Ritter bzw. Nachts ist es genau andersrum. Diesen Faktor sollte man gerade bei großangelegten Offensiven nicht außer Acht lassen.

Technik aus dem vorherigen Jahrtausend?

Freilich ist die Technik bei einem nostalgischen Strategiespiel eher nebensächlich einzustufen, dennoch verdienen auch einige Details hier Lob und Aufmerksamkeit. So sind die Kampfanimationen zwar simpel, aber hübsch ausgefallen. Seien es jetzt die Blitze eines Magiers oder das Abwehrfeuer eurer Bogenschützen. Außerdem gefallen die vielfach handgezeichneten Charakterbilder, die währen der Dialoge eingeblendet werden. Man merkt, dass hier Fans mit viel Liebe am Werk waren was sich letztlich auch auf den Spielspaß niederschlägt. Einzig und allein die Musik mit ihren manchmal sogar in Richtung Techno gehenden Klängen wirkt etwas deplatziert, wenngleich es auch hier einzelne Lichtblicke zu verzeichnen gibt.

Kurz auch noch ein paar Worte zum Multiplayermodus. Sowohl übers Internet als auch über LAN darf hier gekämpft werden, leider sind Co-Op Kampagnen zwar angedacht, aber noch nicht verfügbar, so dass es zwangsläufig gegeneinander geht. Wer möchte darf aber auch ein Skirmish Gefecht gemeinsam mit einem Freund als Verbündeten gegen die CPU ausfechten. Allerdings waren unsere LAN-Sessions leider noch etwas fehlerbehaftet, so war nur mit Mühe ein LAN Spiel überhaupt zu starten und überraschte dann auch noch mit unerfreulichen Abstürzen. Häufig speichern ist hier Trumpf, schade! Aber die Entwickler werden hier sicherlich noch mit einem Patch bzw. Update nacharbeiten. Im Internet funktioniert das Spiel hingegen schon sehr gut, menschliche Gegner finden sich in allen Schwierigkeitsgraden und es sind eigentlich immer einige Partien am laufen, denen man aktiv beitreten oder zumindest als Zuschauer beiwohnen kann.

Fazit

Es gäbe zwar noch so viel über Battle for Wesnoth zu schreiben, die Details herauszufinden überlasse ich aber am besten euch selbst. Angesichts der Tatsache, das dieses grandiose Werk auch noch kostenlos zur Verfügung gestellt wird (Respekt!) und das Spiel zudem in bestimmt einem Dutzend Sprachen - von Afrikaans über Russisch bis hin zu Deutsch - gespielt werden kann, sollte den Download für jeden Genrefan zur Pflicht machen. Strategiefans erhalten hiermit jedenfalls ausreichend Futter für die kommenden Wochenenden!

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POSITIV
- komplett kostenlos
- Editor und kostenlose Erweiterungen
- komplexes, aber eingängiges Gameplay
- tolle Einbindung des RPG-Parts
NEGATIV
- etwas unpassende Musik
- grafisch naturgemäß simpel
87%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
mittel
mittel
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G3 300 Mhz
256 MB RAM
8 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.2
G3 500 Mhz
256 MB RAM
16 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.3.9
G3 600 Mhz
512 MB RAM
32 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.3.9
iMac G5 2 Ghz
2048 MB RAM
ATI Radeon 9600 (128 MB)
Mac OS X 10.4.2

Downloads & Installationsanleitung

Sourcecode: Ja, Download now!
Benötigte Bibliotheken: SDL
Mac OS X Paket: Ja, Download now!
Bibliotheken: im Paket enthalten
G4M Paket: n.v.
Wie installieret man Bibliotheken + FAQ's.
Da Battle for Wesnoth als fertiges Mac OS X Build vorliegt, kann das Spiel einfach vom DiskImage auf die Festplatte kopiert werden. Wer sich Battle for Wesnoth dennoch lieber selbst kompilieren möchte:

Es muss neben dem Sourcecode auch das Mac OS X Paket runtergeladen werden. Nachdem man den Sourcecode entpackt hat, muss vom Mac OS X Paket der "MacOSX"-Ordner sowie die entsprechende XCode-Datei in das Sourcecode-Verzeichnis kopiert werden.

GNU Gettext

Nun muss noch der Sourcecode von GNU Gettext auf den heimischen Mac geladen werden. Ist dieses entpackt, befindet sich im "gettext-runtime"-Verzeichnis ein Ordner namens "intl", dieser muss in das "MacOSX"-Verzeichnis von oben kopiert werden.

Kompilieren

Nun kann die XCode-Datei mit einem Doppelklick geöffnet werden, danach einfach die Kompilierung starten. Zum Schluss müssen noch die "Support"- und "Data"-Dateien an die entsprechenden Orte kopiert werden. Jetzt kann das eigenes kompilierte Battle of Wesnoth gespielt werden.

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Battle for Wesnoth" bereit.