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Black & White 2

Testbericht von Benjamin

Entwickler: Lionhead
Herausgeber: Feral
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2008 in Deutsch
Plattform: Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Die Vorgeschichte: Bereits im Jahr 2005 kündigte Feral Interactive eine Portierung des Strategiespiels Black & White 2 für den Mac an. Die Göttersimulation aus der Feder Peter Molyneuxs war bereits auf dem Mac vertreten und ist laut Feral eines der meist verkauften Mac-Spiele überhaupt. Dann wurde 2006 der Wechsel von PPC- zu Intel-Prozessoren verkündet und die Mac-Version verzögerte sich. Im Dezember 2008 kam dann endlich die Nachricht: Black & White 2 wird erstmals auf der Macworld 2009 vorgestellt und weltweit ausgeliefert. Nun kommen auch Mac-Spieler in den Genuss der zweiten Version des „göttlichen“ Spiels. Wie gewohnt liefert ASH die deutsche Version des 40 Euro teuren Spiels aus. Im Laufe der Zeit hat das Spiel leider die Fähigkeit verloren auf PPC-Macs zu laufen, dafür bekommen die Spieler nun das Addon „Battle of the Gods“ gratis dazu.

Wie immer kann man bei der Verarbeitung der DVD-Version des Spiels nicht meckern: Das deutsche Booklet und eine normale DVD-Hülle liegen gut in den Händen des Spielers. Also DVD ins Laufwerk, den Spielordner Mac-typisch auf die Festplatte kopiert und den Black & White 2-Loader starten. Nun kann man zunächst wählen, ob man lieber die Grundversion des Spiels oder das Addon spielen möchte. Danach hat man das Feral-typische Kontrollfeld für die Spieloptionen. Bereits hier hat der Portierer Robosoft wieder einen guten Job gemacht: Breitbildauflösungen wie 1440x990 werden klaglos unterstützt, ebenso wie eine Auto-Update-Funktion und Anti-Aliasing.

Das Spiel

Wie auch schon in Teil eins habt ihr zur Unterstützung eine Kreatur an eurer Seite. In der Grundversion stehen euch Kuh, Affe, Wolf und Löwe zur Verfügung, in Battle of the Gods stößt dann noch eine Schildkröte dazu. Nun geht es darum, euer Volk, die Griechen, vorerst vor den bösen Azteken zu retten und sie nach einer Erholungsphase in ihrem Rachefeldzug zu unterstützen. Bevor ihr allerdings in die Schlacht gegen das Volk aus Südamerika zieht, müsst ihr euch erst mit den Wikingern und den Japanern auseinandersetzen. Dabei stehen euch zwei verschiedene Vorgehensweise zur Wahl.

Die gute Seite…
Wollt ihr das Spiel über die gute Seite gewinnen (was sehr viel einfacher ist), erobert ihr die gegnerischen Städte mittels Eindrucks. Ihr baut Häuser für eure Untertanen und lasst sie in Universitäten studieren. Eure Soldaten überwachen die Grenzen, die mit Mauern gegen die Feinde befestigt sind und euer episches Wunder ist die Sirene, die mit ihrem Gesang die Menschen anlockt. Im Dorfzentrum erfahrt ihr, wie viel Eindruckspunkte ihr braucht, um die jeweiligen Siedlungen zu übernehmen. Diese Völker wandern dann zu euch und bringen ihre gesamten Rohstoffe mit. Gerade in den späteren Leveln ist der friedliche Weg, der einfachere.

…die böse Seite
Wer braucht schon Bäder und Kindergärten, wenn er Schmelzen und Armeen haben kann? Ziersäulen und Gärten? Lächerlich! Der wahre Kriegsherr baut Belagerungsgeräte, um die gegnerischen Städte zu zermalmen. Eure Einwohner beten für Meteorenwunder und die Kreatur ist eine reißende Bestie. Ihr seid ein wahrlich böser Gott. Natürlich sind eure Bewohner nicht glücklich, aber das Gefängnis und die abschreckenden Folterstäbe sind Grund genug, folgsam zu bleiben und am Triumph zu arbeiten. Menschen, die verängstigt sind, arbeiten besser und härter, so sind die Industriegebäude der dunklen Seite effektiver und besser ausgelastet, als die eines gnädigen Gottes.

Was sie alle verbindet

Als Gott ist es egal, auf welcher Seite ihr steht: Rohstoffe müssen her und Mana angesammelt werden. Dazu könnt ihr entweder eure Bürger als Jünger bekehren oder sie ihrem eigenen Willen unterstellen. Ebenso könnt ihr beim Bau der Gebäude und der Beschaffung der Rohstoffe in eurem Einfluss-Bereich selbst eingreifen. Alles was darüber hinausgeht, kann leider nur durch eure, durchaus intelligenten, Bürger oder durch die Kreatur, bewerkstelligt werden.

Das Mana wird in Altären produziert, um damit Wunder zu wirken, müsst ihr sie gegen Tribut (Erfahrungspunkte) eintauschen. Wenn ihr noch Geld drauflegt, kann die Kreatur nach eigenem Ermessen ebenso Wunder bewirken, wie zum Beispiel ein Blitzschlag gegen den Gegner oder die Bewässerung der Felder.

Gameplay

Die beiden Seiten unterscheiden sich durchaus in der Schwierigkeit und dem grundsätzlichen Spielfluss. So habt ihr als gutmütiger Gott des Öfteren Probleme mit Rohstoff-Knappheit und dem ständigen Quengeln der Bürger. Hier soll noch ein Haus und ein Feld gebaut werden, Wohngebiete sollten tunlichst nicht in der Nähe zur Mühle und zum Kornspeicher liegen. Das alles muss berücksichtig werden, wenn man eine beeindruckende Siedlung erschaffen möchte. Ebenso sollte man aufpassen, dass die Kreatur keine Bürger frisst und die Siedlung nicht mit seinem Kot verunreinigt. Die Kreatur könnt ihr übrigens sehr intuitiv erziehen: Sollte euch eine Aktion eures Viehs nicht gefallen, so könnt ihr durch eine horizontale Bewegung der Kreatur einen Schlag verpassen. Falls eure Kreatur jedoch ein Gebäude im Alleingang errichtet hat, ist euch möglich, mit einer vertikalen Bewegung Streicheleinheiten zu vergeben. Für den Spielverlauf ist es übrigens völlig egal, welche Kreatur ihr auswählt. Der einzige Unterschied liegt in der Optik.

The Battle of the Gods

Solltet ihr das Hauptspiel mit seinen neun Levels bereits beendet haben, gibt euch Feral direkt das Addon mit, das im Jahr 2006 erschien. Mit einer neuen Story (diesmal kämpft ihr nicht gegen die Azteken, sondern gegen einen bösen Gott), drei neuen Inseln, der Schildkröten-Kreatur und ein paar neuen Gebäuden erwartet euch hier eine nette Erweiterung, allerdings kein Quantensprung.

Defizite

Das Spiel hat sich seit dem ersten Teil stark weiterentwickelt, so könnt ihr Armeen ausbilden und ihr habt mit der Statistik die Möglichkeit, besser auf die Wünsche eurer Jünger einzugehen. Leider offenbart das Spiel immer noch einige gravierende Defizite: Der dumme Computer-Gegner, wenige Einheitentypen, ein fehlender Mehrspieler-Modus sowie das Weglassen der freien Kartenwahl.

Besonders die Gegner-KI nervt manchmal, so richten sich seine Angriffe zumeist auf einen einzigen Punkt, den man dann natürlich besonders befestigt. Dagegen ist es in den letzten Leveln kaum möglich, die mit Armeen eingenommen Siedlungen zu halten, da sie nicht befestigt sind und der Gegner eine um die andere Angriffswelle fährt. So kann es dann schon mal sein, dass man erst einmal zwei Stunden lang eine große Armee aufbaut und dann direkt alle Siedlungen auf einmal einnimmt, damit man sie nicht verteidigen muss.

Bei den Einheitentypen hat sich der Entwickler auf drei Arten beschränkt: Nahkampf, Fernkampf und Belagerungswaffe. Um die Strategieexperten zu beruhigen hätte man zumindest noch berittene Einheiten, oder wenigstens eine Art Waffenschmiede für Upgrades hinzufügen müssen.

Technik

Natürlich merkt man dem Spiel das Alter an. Immerhin ist Black & White 2 bereits im Jahr 2005 erschienen. Die Grafiken sind nicht überragend, dafür immer stimmig. Die Inseln liegen in einem schön spiegelnden Meer, Nachts schalten eure Bewohner ihre Lampen an und die Straßenlampen verstreuen ein flackerndes Licht. Besonders toll gemacht ist der Wechsel zwischen Tag und Nacht. Hier wird nicht mit schon gerenderten Effekten gespart. Der Sound hält sich zumeist stark im Hintergrund, nur wenn Stimmung aufkommt, dann liefert Lionhead einen gut eingespielten orchestralen Soundtrack.

Robosoft hat bei dem Port einen mehr als ordentlichen Job getan. Das Spiel lief ruckelfrei auf meinem Rechner mit zweifach Anti-Aliasing. Auch die Stabilität überzeugte in der Testphase. Einzig der Zwang die DVD im Laufwerk ist ein kleiner Punktabzug.

Fazit

Ein gutes Spiel ist Black & White 2 auf jeden Fall. Die Mac-Umsetzung ist sauber und sehr gut durchgeführt. Störend sind einige Faktoren für die Langzeitmotivation: Eklatante Missstände im Strategiebereich, kein Mehrspieler-Modus und ein recht hoher Preis für ein älteres Spiel. Nichts desto trotz ist Black & White 2 ein gelungenes Einzelspieler-Aufbauspiel für Strategieanfänger, mehr aber auch nicht – leider.

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POSITIV
- viele neue Ideen
- intuitive Steuerung
- tolles Klimasystem
- Addon direkt mitgeliefert
NEGATIV
- kein Mehrspieler-Modus
- für Strategie-Experten langweilig
- recht hoher Preis
- keine freie Kartenwahl
70%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
mittel
(n.v.)
einfach
Du hast "Black & White 2" selbst gespielt?
Dann schreib uns Deine Meinung!

MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
Intel Core
1,8 Ghz
512 MB RAM
5 GB Festplatte
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
Intel Core 2 Duo
2,0 Ghz
1536 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.11
Intel Core 2 Duo
2,4 Ghz
2048 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.5.6
iMac
Intel Core 2 Duo
2 Ghz
4096 MB RAM
ATI Radeon X1600
Mac OS X 10.4.11

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Black & White 2" bereit.