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Civilization 4 - Warlords

Testbericht von Dmitri

Entwickler: Firaxis
Herausgeber: ASH
System: Mac OS X*
Erschienen: Winter 2006 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 25-30 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 6 Jahren, Infos zur USK
Klemmt den Sammelband "Große Philosophen der Aufklärung" unter den Arm, steckt die Baupläne großer Denkmäler in die Jackentasche und vergesst ja das Bürgerliche Gesetzbuch nicht – auf unseren Macs darf nämlich wieder fröhlich zivilisiert werden!

Blick in die Vergangenheit

Nachdem das Hauptspiel bereits im Sommer 2006 von Aspyr in einer Mac-Version herausgegeben wurde, drängt nun aufgrund der erfreulich guten Verkaufszahlen auch noch das hier vorgestellte Addon Warlords auf den Markt. Dabei lief der Sprung von Civilization 4 auf die Rechner aus Cupertino seinerzeit bekanntlich gar nicht so glücklich, klagte der Großteil der Civilization 4 Käufer nach der ersten Installation doch über eine extrem schlechte Spielperformance, die selbst die damals brandneuen Intel-Macs wie abgetakelte G3-Systeme erschienen ließen. Doch Aspyr half glücklicherweise schon nach einigen Tagen mit einem Patch nach, der die Leistung erheblich verbesserte.

Wie ich nun zu diesen fast schon nostalgischen Rückblicken komme? Nun, entgegen ersten in diversen Foren geäußerten Befürchtungen haben auch Besitzer von älteren G5-Rechnern Freude an der Erweiterung. Zwar sind die Systemanforderungen nach wie vor recht hoch ausgefallen, liegt man allerdings innerhalb dieser Vorgaben, so spielt sich das Spiel doch weitaus flüssiger, als die erste Civilization 4 Version. Lediglich das Problem der (seltenen!) Kernel Panics auf diversen Intel-Macs besteht noch und laut Brad Oliver von Aspyr arbeitet man auch hier derzeit noch an einer Lösung.

Frische Neuzugänge braucht die Welt!

Doch weg von den technischen Spitzfindigkeiten und hin zum Spiel selbst, denn auch hier gibt es so einiges zu berichten. Neben stolzen acht neuen (meist antiken) Szenarien wie die peloponnesischen Kriege oder die Eroberung Alexander des Großen kommen Mac-Spieler dadurch nun auch folgerichtig in den Genuss diverser bislang der Windows-Welt vorbehaltener und von Spielern erstellter Warlords Szenarien. Doch nicht nur das hat sich geändert – auch bei den im Spiel vertretenen Völkern ist einiges in Bewegung geraten und insgesamt sechs neue Kandidaten stehen menschlichen Kriegsherren zur Wahl. Das Repertoire reicht dabei von rotbärtigen Wikingern, gestählten Kelten und wackeren Karthagern über das afrikanische Kriegervolk der Zulu, gewandten Koreanern und dem im 19. Jahrhundert gern als "Kranker Mann am Bosporus" geschmähten Osmanischen Reich. Doch auch die bestehenden Zivilisationen erhielten in Form neuer Herrscher wie Winston Churchill (England), Caesar (Rom), Ramses II. (Ägypten) und der umstrittene Josef Stalin (Russland) frischen Nachschub. Zudem gibt es mit imperialistisch, schützend und charismatisch drei neue Charaktermerkmale, welche die Individualität der jeweiligen Herrscher stärken.

Neue Bauwerke braucht das Land!

Auch dem Baumenü hat man einige Änderungen angedeihen lassen. Neben den Stallungen (für erfahrene Reitereinheiten) verpasste man jedem Volk ein spezielles universelles Gebäude, das eine Eigenart repräsentieren soll. So baut man im Heimatland des "Manchester-Kapitalismus" (England) beispielsweise eine Börse für viel Goldertrag, während die Ägypter schon recht früh im Spiel Monumente bauen können und so ihre kulturelle Dominanz schnell vergrößern. Mit dem Tempel der Artemis, der großen Mauer (optisch sehr schick!) und der Universität von Sankore halten zudem drei weitere Weltwunder Einzug ins Spiel.

Natürlich ließe sich die Liste der Detailverbesserungen nun noch beliebig lang strecken, was den Umfang dieses Testberichts aber wohl sprengen würde. Um euch also keinen adäquaten Valium-Ersatz in Textform zu bieten, beschränke ich mich noch auf zwei Details, nämlich Vasallenstaaten und große Generäle. Letztere tauchen von nun an im Spiel, ähnlich anderen großen Persönlichkeiten, auf und können neben der Immigration als Spezialist einer Stadt auch zur Führung von Armeen verwendet werden, was einen deutlichen Zuwachs in Sachen Erfahrungspunkte (20) bringt.

Küsse er meine Füße

Noch spannender ist das neuartige Vasallenverhältnis, das Staaten nun eingehen können. Sei es als Kapitulationserklärung nach einem desolaten Kriegsverlauf oder aus Angst vor einem Überfall des aggressiven Nachbarn, es kommt Bewegung in die internationale Diplomatie bei Civilization 4. Gerade bedingt durch diese Tatsache, kommt es nun viel häufiger zu Bündnissen und der Schaffung verschiedener Machtblöcke und Koalitionen, welche um die Vorherrschaft ringen. Und so kann es trotz des materiellen Nachteils (Tributzahlungen an den Schützer) in brenzligen Situationen doch schon mal ganz günstig sein, sich zumindest zeitweise freiwillig unter die Obhut eines starken Nachbarn zu stellen.

Der Rest vom Fest – die Technik

Während diese für Außenstehende vermeintlich kleinen Änderungen das Spielerlebnis in erfreulich andere Bahnen lenken, tut man sich bei der Technik schon schwerer neue Anhaltspunkte zu finden. Gut, es scheint nun etwas runder zu laufen und auch der ärgerliche "Nacht"-Fehler der Vollversion war bei gut 40 bis 50 Spielstunden nicht mehr zu entdecken. Ansonsten gibt es hier außer einigen neuen Musikstücken leider keine weiteren Neuigkeiten zu vermelden, angesichts der ohnehin schon reichlich hohen Systemanforderungen sollte man über fehlende Grafikschmankerl aber vielleicht doch ganz froh sein.

Fazit

Du bist ein Fan von Civilization 4 und hast bereits unzählige Stunden vor deinem Mac verbracht? Fein, dann zählst du genau zu der von Aspyr angepeilten Käuferschicht. Wer hingegen nur hin und wieder eine strategische Runde einlegt, wird auch weiterhin mit dem Hauptprogramm und seinen Möglichkeiten gut bedient sein. In diesem Sinne: Interessant, aber kein Muss!

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POSITIV
- größerer Umfang
- läuft stabiler
- Warlords Szenarien spielbar
NEGATIV
- nur für Vielspieler interessant
- Intel Rechner Kernel Panics
79%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
mittel
(n. getestet)
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G5 / Core 1,8 Ghz
512 MB RAM
3,5 GB Festplatte
64 MB Grafikkarte
DVD-Laufwerk
Mac OS X 10.3.9
Civilization 4
G5 / Core 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4
G5 / Core 2,2 Ghz
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
iMac G5 2 Ghz
2048 MB RAM
ATI Radeon 9600 (128 MB)
Mac OS X 10.4.8

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Civilization 4 - Warlords" bereit.