Command & Conquer - Alarmstufe Rot 3
Testbericht von Harald
Entwickler: EA Los Angeles
Herausgeber: Transgaming
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2009 in Englisch
Plattform: Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: keine USK-Prüfung, Infos zur USK
Das hätte sich der gute Albert Einstein auch nicht träumen lassen. Das ausgerechnet ein Zeitreisender sein Leben auslöscht. Doch verzweifelte Situationen erfordern verzweifelte Maßnahmen und so treten zwei russische Offiziere und ein Wissenschaftler die Reise ins Brüssel der Vergangenheit an, um dem genialen Physiker das Handwerk zu legen. Der Grund: Der einstigen russischen Weltmacht droht der Untergang und mit dem vorzeitigen Ableben des Urvaters der Atombombe will man die technologische Überlegenheit der USA bereits im Keim ersticken. Doch die Zeit bleibt eben unberechenbar und so nehmen die Japaner die Stelle der Technologie-Supermacht ein. Was wie ein schlechtes B-Movie klingt, ist in Wirklichkeit ein Echtzeitstrategiespiel, welches in aller Konsequenz ganz der Serientradition folgt und dabei mit neuen Ideen überrascht. So verwundert es auch nicht, dass Command & Conquer - Alarmstufe Rot 3 auf PC und Konsole mit positiven Wertungen auftrumpfte. Ob das auf dem Mac nun auch gelingt oder ob die Transgaming-Software Cider den Erfolg ausbremst, verrät euch unser Test.
» GameTreeOnline: Command & Conquer - Red Alert 3
Wiedersehen
Wer bei der Schilderung des Intros ins Grübeln kommt, erinnert sich offensichtlich noch an den Beginn von Alarmstufe Rot. Tatsächlich recycelt Entwickler EA Los Angeles die Geschichte des Klassikers mit vertauschten Rollen. Denn statt der Russen verhinderten damals die Amerikaner mittels Zeitmaschine die Entdeckung der Kernspaltung. Aber natürlich spielen die Amerikaner immer noch eine wichtige Rolle im Kampf um die Weltherrschaft, womit wir unsere alten drei Streitmächte auch schon wieder beisammen hätten. Diese Parteien lassen sich selbstverständlich alle auch im Solomodus übernehmen, wobei jeder Handlungsstrang ungefähr acht Stunden beschäftigt. Wer mit dem Mehrspieler-Modus nicht viel anfangen kann und auf ein Volk fixiert ist, wird also schnell den Abspann betrachten dürfen. Allen anderen bietet das Spiel angemessen umfangreiche Unterhaltung zumal die Zwischensequenzen und Instruktionen während der Missionen komplett von teils sehr bekannten Schauspielern wie Tim Curry (Rocky Horror Picture Show) oder George Takai (Star Trek, Heroes) realisiert wurden. Natürlich blieb Electronic Arts auch hier der Serientradition treu, und verpackte die zusammenhanglose Geschichte in herrlich trashige Bilder. Da wird kein Klischee ausgelassen und keine witzige Pointe verpasst. Ob das nun der stets Tee-trinkene und Kimono-tragende Kaiser des japanischen Reiches ist, oder die immer lasziv blickenden Damen, für Fans der Serie wird Popkornkino satt geboten. Fatalerweise stirbt der Ideenreichtum der Entwickler genau in den Endsequenzen, die allesamt lieb- und einfallslos heruntergespult wirken.Vielfalt
Die Entwickler verlassen sich erneut auf ihre alten Stärken und versuchen gleichwohl die Serie mit sinnvollen Neuerungen aufzuwerten. Dabei fallen besonders die verschiedenen Stärken und Schwächen der einzelnen Länder auf. Während die USA beispielsweise mit modernen Bombern und Kampfjägern die Lufthoheit behauptet, geben die Russen dank einer massiven Verteidigung und stark gepanzerten Fahrzeugen dem Gegner manche Nuss zu knacken. Und wenn die rote Armee auch etwas gemächlicher zu Werke geht, so dürften gerade Serienkenner an der Fraktion dank altbekannten Teslapanzern ihre helle Freude haben. Ebenso finden wir an anderer Front unsere Elitekämpferin Tanya wieder, die wie gewohnt schon allein eine ganze Armee beschäftigt. Und wo sind die versprochenen Neuerungen? Gerade hier hat sich EA Los Angeles ganz schön ins Zeug gelegt und bringt neben gepanzerten Bären und Cryokoptern vor allem Seeeinheiten und sogar ganze schwimmende Gebäude mit. Das gibt dem Spiel ein neues taktisches Element und funktioniert in der Praxis hervorragend. Aber gerade die Asiaten werden experimentierfreudige Spieler begeistern denn diese geben durch ihre Schnelligkeit und der Möglichkeit, überall Gebäude zu errichten, dem Spiel eine ungewöhnlich dynamische Note. Denn gerade der Anfang einer Kampagne ist für die Einheiten der aufgehenden Sonne entscheidend. Hängt doch alles von ihrer aggressiven und schnellen Ausbreitung ab. Doch die Sache hat einen Haken, denn die Truppen sind verhältnismäßig schwach und bedürfen einer regelmäßigen Unterstützung durch zeitlich begrenzte Boni. Konnten wir uns in den Vorgängern meist mit bloßer Truppenüberzahl behaupten, schaffen es die Entwickler dank sehr ausgeklügelter Einheiten-Balance und einem abwechslungsreichen Missions-Design, unsere bewährten Taktiken zu Nichte zu machen. Und gerade die Missionsvielfalt hat es mir angetan. Ob ich nun Verteidigungs-Anlagen ausser Gefecht setzen muss oder eine komplette schwimmende Festung der Versenkung Preis gebe, oder eine Seeblockade erhalten muss. Ständig werde ich mit neuen Aufgaben konfrontiert, was überaus motiviert und während des gesamten Spiels keinerlei Langeweile aufkommen lässt. Ebenfalls neu ist der Koop-Modus in der Story. Wahlweise mit einem Kumpel oder dem Computer an eurer Seite kämpft ihr gemeinsam um den Sieg, wobei die KI hier meist clever zu Werke geht und ein echtes Teamgefühl aufkommen lässt. Natürlich übernimmt der künstliche Kamerad aber auch unsere Befehle und setzt diese unmittelbar um. Wie dieser Koop-Modus mit einem menschlichen Helfer funktioniert, konnte ich bislang leider nicht testen.Ladehemmung
Optisch zeigt sich das Spiel bunt und gewohnt actionlastig. Überall explodiert, wackelt und springt es, wobei der mittlerweile sechs Jahre alter Grafikunterbau durchaus seine Schwächen hat. Nicht nur, dass unsere Kamera meist viel zu nah am Spielgeschehen klebt und nur sehr begrenzt zoombar ist, auch hängt die Kamera bei Drehbewegungen öfter. Ebenso geht die von der PC-Version gewohnte Schärfe der Bilder etwas verloren. Hier wirken gerade die Bodentexturen manchmal matschig. Ganz anders präsentiert sich da das Wasser und die liebevoll gestalteten Szenarien. Allein die Wellenbewegungen sind mehr als gelungen und die Details zu Lande, wie ein sich ständig drehender und Bier verschüttender Bursche in Jägerstracht (Heidelberg) oder die Rapanui-Statuen (Oster-Inseln), welche pausenlos feindliche Soldaten produzieren, sorgen für ein abwechslungsreiches Bild. Doch gerade aufgrund des fortgeschrittenen Alters der Grafikengine und der sehr moderaten Hardwareanforderungen am PC muss man sich über den Performance-Hunger am Mac schon ein wenig wundern. So war das MacBook Pro nur in den niedrigsten Einstellungen zu einem Spiel zu bewegen. Aber auch ein nagelneuer iMac 3,06 Ghz Core 2 Duo mit 4 GB RAM und einer NVidia GeForce 8800 GS musste bereits in der mittleren Grafikeinstellung gehörig schuften und kam mit maximalen Details gar ganz zum Erliegen. Nicht nur, dass die Framerate gnadenlos absackte, auch machten zahlreiche Grafikfehler, wie ein komplett weißes oder schwarzes Bild, fehlende Einheiten, nicht lippensynchrone Tonunterlegung der Videos sowie Bildflackern und plötzlich nicht mehr reagierende Einheiten ein Spiel unmöglich und zwangen zum Neustart! Vielleicht sollte EA in Zukunft doch eine vernünftige Portierung in Erwägung ziehen. Ebenso ignoriert die KI oft den Feind oder trifft schwachsinnige Entscheidungen, wie dem Bau unbrauchbarer Einheiten, oder „verrennt“ sich bei der Wegfindung. Dazu kommt, dass der Gegner immer im gleichen Muster agiert und seine Angriffe schnell vorhersehbar werden. Das weckt zwar Nostalgiegefühle, ist für heutige Maßstäbe allerdings nicht mehr tragbar.Fazit
Ich muss gestehen, dass ich etwas enttäuscht war vom roten Alarm 3. Natürlich wissen auch diesmal das trashige Ambiente und die coolen Einheiten zu unterhalten. Und natürlich ist Command & Conquer - Alarmstufe Rot 3 ein immer noch gutes Spiel mit einem ganz eigenen Flair. Allerdings macht sich das Spiel mit seinen technischen Problemen selbst zum größten Feind. Konnte ich zumindest mit den „Eigentümlichkeiten“ der KI auf dem PC noch gut leben, so wirkt das Spiel auf dem Mac einfach unfertig. Solche Performance-Einbrüche dürfen bei einem Kauftitel einfach nicht passieren, zumal die bereits vorliegenden zwei Patches daran auch nichts ändern konnten. So bleibt eine Wertung, welche bewusst deutlich unter der Durchschnittswertung und unter meiner Wertung für die Xbox 360-Version (81%) liegt. Bekommt EA aber die technischen Mängel noch in den Griff, dürft ihr gerne auf die Wertung noch sechs Zähler drauf schlagen.» GameTreeOnline: Command & Conquer - Red Alert 3

POSITIV
- typisches Command & Conquer Flair
- gute Balance
- abwechslungsreiche Missionen
- gute Balance
- abwechslungsreiche Missionen
NEGATIV
- grausame Performance
- unflexible und stark verbesserungswürdige KI
- zusammenhanglose Missionen- nur englisch
- unflexible und stark verbesserungswürdige KI
- zusammenhanglose Missionen- nur englisch
75%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
gut
(n. getestet)
mittel
gut
(n. getestet)
mittel
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| Intel Core Duo 1024 MB RAM Radeon X1600 oder GeForce 7300 GT 10 GB Festplatte Mac OS X 10.5.6 |
Intel Core 2 Duo 2,66 Ghz 2048 MB RAM 256 MB Grafikkarte Mac OS X 10.5.6 |
Intel Core 2 Duo 3,06 Ghz 4096 MB RAM 512 MB Grafikkarte Mac OS X 10.5.6 |
MacBook Pro 2 Ghz 2048 MB RAM Radeon X1600 Mac OS X 10.5.6 iMac 3,06 Ghz 4096 MB RAM GeForce 8800 GS Mac OS X 10.5.6 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Command & Conquer - Alarmstufe Rot 3" bereit.





