Destination - Treasure Island
Testbericht von Harald
Entwickler: Kheops Studio
Herausgeber: Coladia Games
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2009 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: keine USK-Prüfung, Infos zur USK
Ahoi ihr Matrosen und Abenteurer! Wir begeben uns heute auf eine Reise, die bereits Millionen von Leseratten antraten. Immerhin erblickte die Ur-Piratengeschichte schlechthin bereits 1883 erstmals das Licht der Buchhandlungen. Ja, 126 Jahre ist „Die Schatzinsel“ des schottischen Autors Robert Louis Stevenson schon alt und diente bislang auch als Grundlage für zahllose Filme, Hörspiele und weitere Bücher. Nun erscheint die Erzählung des jungen Jim Hawkins erneut als Adventure auf unseren Macs. Möglich macht das Publisher Coladia Games, der Destination - Treasure Island als 2,2 GB schweres Downloadpaket anbietet.
Nach der Geschichte ist vor der Geschichte
Treasure Island? Adventure? Da gibt‘s doch was von Rathiopharm! Nicht ganz aber fast. Denn vor einem Jahr kam ein gleichnamiges Adventure aus dem Hause Radon Labs auf den Markt. Aber während sich das Einsteigeradventure mehr oder weniger an der Originalgeschichte entlang hangelt, beginnt unser Abenteuer vier Jahre nach der Bucherzählung. Aus dem einstigen Schiffsjungen Jim Hawkins ist ein echter Seefahrer geworden. Doch die Vergangenheit holt Jim in Form eines Papageis ein. Und der hört auf den Namen Captain Flint und war quasi der rechte Schnabel des gefürchteten Haudegens Long John Silver. Offenbar hat sich dieser auf eine einsame Insel verzogen und einen Schatz vergraben, bevor er schließlich verstarb. Doch die Karte ist nicht komplett, was unseren guten Jim natürlich nicht daran hindert, das Abenteuer anzutreten und sich auf die Insel zu begeben. Doch er ist nicht allein. Schließlich hat Long Johns alte Crew noch eine Rechnung offen und zudem scheint die Insel auch sonst alles andere als unbewohnt.Such den Schatz!
Mit Rätseln im Adventure ist das ja immer so eine Sache. Was dem einen die Schweißperlen auf die Stirn treibt, entlockt dem nächsten nur ein müdes Lächeln. Es allen recht zu machen ist eigentlich unmöglich und auch Destination - Treasure Island kann nicht allen Ansprüchen genügen. Dennoch schaffte das Entwicklerteam aus dem Hause Kheops Studio einen gekonnten Spagat aus simplen Kombinations- und anspruchsvollen Logikrätseln. So befinden wir uns zu Beginn unseres Abenteuers in der verschlossenen Kajüte. Von unseren ehemaligen Schiffskameraden bedroht suchen wir nach einem Ausweg durch das Fenster. Passende Seile sind schnell gefunden und unser guter Jim gibt den ausschlaggebenden Hinweis: „Ich sollte versuchen, aus dem Fenster zu entkommen. Aber Springen kann ich nicht da ich mich verletzen würde.“ Also verknoten wir die beiden Seile miteinander. Das läuft in einem bebilderten Auswahlverfahren ab. Zwei Möglichkeiten des Verknotens werden uns geboten. Entscheiden wir uns für eine Variante, verzweigt diese in weitere mögliche Schleifen. Liegen wir richtig, haben wir am Ende einen ordentlichen Knoten. Ansonsten fängt das Spiel eben wieder von vorne an. Auch wenn diese Art von Rätsel durch simples Raten schnell gelöst ist, bietet es eine schöne Abwechslung zur üblichen Rätselkost. Und davon gibt es noch einige Varianten. Zerlegen wir beispielsweise einen Sextanten in seine Einzelteile, können wir den Spiegel zum Feuermachen nutzen. So lassen sich viele Objekte zu etwas Neuem verknüpfen und auch wieder zerlegen. Ein Stock mit Harz kombiniert ergibt beispielsweise eine prima Fackel. Und ein Tuch, ordentlich genäht und anschließend mit Holzteilen und kleinen Stöcken verbunden, ergibt ein schönes Schiffsmodel. Diese Verbindungen gehen dank einer sehr komfortablen Inventarverwaltung gut von statten und sind schnell erledigt. Ebenso begleiten uns Versrätsel durch unser ganzes Abenteuer. Und auch diese sind stets nachvollziehbar und in ihrem Schwierigkeitsgrad sehr variabel. Angenehm dabei ist, dass das Niveau nicht einfach ansteigt, sondern leichte und etwas forderndere Rätsel stets abwechseln. Das ist gut für das Ego und motiviert ungemein. Auch wenn die Rätsel dabei insgesamt echte Routiniers nie vor ernste Schwierigkeiten stellen, so vermissen wir doch die Möglichkeit, herumliegende Objekte per Taste zu highlighten. Das ist längst Standard und darf bei keinem guten Adventure mehr fehlen.Immer auf dem rechten Weg bleiben!
Wer auf der Insel seine ersten Schritte wagt, fühlt sich unweigerlich an den Klassiker Myst erinnert. Auch hier drehen wir uns auf der Stelle und hangeln uns Bild für Bild durch die Landschaft. Da passt es vortrefflich, dass auch Destination - Treasure Island auf einer Insel spielt, was den Bewegungsradius auch nachvollziehbar einschränkt. Allerdings haben die Entwickler das Prinzip sinnvoll weiterentwickelt. Nicht nur, dass sowohl Objekte und Landschaft, als auch Personen komplett in 3D gerendert wurden, so wirkt nun dank gelegentlicher Quicktime-Events alles wesentlich lebendiger und atmosphärischer. Zudem ist die Optik über jeden Zweifel erhaben und kann locker mit gängigen Genregrößen mithalten. Haben wir erst einmal die Insel erkundet, dürfen wir dank der Karte einfach von Ort zu Ort springen. Hier fällt vor allem die kurze Ladezeit auf. Aber auch sonst bewegt sich eigentlich immer etwas. Mal lodert ein Feuer, dann kreisen Möwen und die Wellen brechen sich an den Felsen. Auch wenn wir die Objekte nicht per Tastendruck highlighten können, so sind diese eigentlich schnell auszumachen zumal der Cursor durch eine passende Symbolik den Spieler nie im Unklaren über den Zweck lässt. Ebenfalls positiv ist uns der flotte Bildaufbau und das stets flüssige Scrolling beim Drehen aufgefallen. Nur ganz selten kam das Bild ins Stocken. Und nahtlos passt sich auf diesem Niveau der Ton an. Der Großteil der Musik passt hervorragend zum Ambiente und wurde mit einem echten Orchester eingespielt. Nur selten bekommen wir Midiklänge zu hören. Und auch die komplett in Deutsch synchronisierten Dialoge wirken professionell und ambitioniert. Allenfalls die Handlung wirkt stellenweise holprig, wartet dafür aber mit einigen netten Wendungen auf. Leider führen die insgesamt recht einfachen Rätsel, das sehr begrenzte Setting und die kurze Handlung zu einem schnellen Ende. Bereits nach ungefähr acht Stunden flimmert der Abspann über den Monitor.Fazit
Beim Klabautermann! Wer sagt da, das Myst-Prinzip sei Tod? Das Kheops Studio führt uns jedenfalls eindrucksvoll vor, was man da noch herausholen kann. Und so wurde Destination - Treasure Island zu einem richtig kleinen Schatz für Adventure-Fans. Auch wenn die Story recht kurz ausfällt und die Rätsel eher einfach gehalten sind, so bringen die paar Stunden eine Menge Freude. Besonders ungeduldigere Seemänner werden an dem Spiel ihre Freude haben. Mein Tipp: Anker lichten und in See stechen!
POSITIV
- schöne 3D-Grafik
- passende und schöne Musik
- abwechslungsreiche Rätsel
- passende und schöne Musik
- abwechslungsreiche Rätsel
NEGATIV
- Handlung und Dialoge stellenweise holprig
- recht kurz
- kein Fenstermodus
- recht kurz
- kein Fenstermodus
82%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n.v.)
einfach
sehr gut
(n.v.)
einfach
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| G5 1,6 Ghz 512 MB RAM 2,2 GB Festplatte 64 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.11 |
G5 / Intel 2 Ghz 1024 MB RAM 64 MB Grafikkarte Mac OS X 10.4.11 |
Intel 2,2 Ghz 1536 MB RAM 128 MB Grafikkarte Mac OS X 10.5.6 |
MacBook Pro 2 Ghz 2048 MB RAM Radeon X1600 Mac OS X 10.5.6 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Destination - Treasure Island" bereit.





