Dragon Age - Origins
Testbericht von Harald
Entwickler: BioWare
Herausgeber: GameTreeOnline
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2010 in Englisch
Plattform: Intel*
Genre: Adventures / RPG
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 40-45 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 18 Jahren, Infos zur USK
Es ist schon bewundernswert, mit welcher Beständigkeit sich Entwickler BioWare dem Trend entgegenstemmt, die Spieldauer unter 20 Stunden zu halten. Und dabei schafft es die Erfolgsfirma jedes mal, die teilweise über 50 bis 100 Stunden Spielzeit mit abwechslungsreichen Geschichten und einem interessanten Ambiente zu füllen. Das ist auch bei Dragon Age - Origins nicht anders. Mit einer düsteren und stimmigen Fantasy-Welt gelang es im November 2009 abermals, Millionen von Spielern vor die PC‘s und Konsolen zu zerren und dort so schnell nicht mehr weg zu lassen. Seit Januar 2010 dürfen auch Mac-Spieler in das Schicksal von Ferelden eingreifen.
BioWare versteht es wieder einmal, eine große Geschichte mit viel Herz und pathetischen Momenten zu verpacken und schafft es dabei routiniert zu kaschieren, dass wir ähnliche Geschichten schon zu Hauf vorgesetzt bekamen. Zu verdanken haben wir das den liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, die bis zum kleinsten NPC glaubwürdig und stimmig wirken. Und damit beweisen die Entwickler wieder, dass die Quintessenz eines jeden Rollenspiels nun mal eine gut ausgearbeitete Geschichte ist.
Schon die Rassenwahl hat ihre Besonderheiten. Die Menschen beispielsweise stellen den zerstritten, aber immerhin größten Teil der Bevölkerung während die Elfen durch ihre Versklavung durch den Menschen zurückgezogen und in Harmonie mit Natur und Magie leben. Die Zwerge hingegen hausen in der unterirdischen Stadt Orzammar und leiden am schlimmsten und der stärker werdenden Macht der Dunklen Brut. Stück für Stück erobert der Feind die Heimat der Zwergen und treibt diese immer mehr in die Enge. Abhängig von unserer Entscheidung werden wir in einer von sechs Grundgeschichten in die Hintergründe des Volks eingeweiht. Auch das ist zwar nicht neu, wurde aber bisher noch nie so konsequent umgesetzt. Denn Dragon Age - Origins lässt uns diese Geschichte einfach selbst erzählen, indem wir den Verlauf selbst spielen und dabei die Vorgeschichte auch durch verschiedene Lösungswege in die ein oder andere Richtung lenken. Das dauert gut eine Stunde und wird ungeduldige Spieler vielleicht ärgern. Aber selten fühlte ich mich so detailliert auf ein Abenteuer vorbereitet wie bei Dragon Age.
Die fünf Charakterattribute und Fähigkeiten wie Stärke, Magie, Geschicklichkeit, Willenskraft, Klugheit und Konstitution sind hingegen gängig. Ebenso wenig überrascht der für alle Klassen identische Fähigkeiten-Baum, der mit seinen vier Stufen eine Verbesserung der Kampftechniken sowie eine Aufwertung der Fähigkeiten im Stehlen, Manipulieren, Fallen Entschärfen und Erstellen von Tränken und Giften erlaubt. Besonders bei der Wahl eurer Talente solltet ihr mit Bedacht vorgehen, denn die Möglichkeit zum Erlernen weiterer Talente gibt euch das Spiel nur alle drei Level. Letztendlich bleibt noch die Wahl der Stimme und des Aussehens. Leider entschieden sich die Entwickler dazu, unseren Schützling meist schweigsam durch Ferelden marschieren zu lassen. Nur hin und wieder hören wir oft unpassende Kommentare.
Wer viel forscht, entdeckt viel. Diese Grundformel wirft immer wieder die Frage nach dem Inventarsystem in einem Rollenspiel auf. Dragon Age zeigt sich hierbei recht anspruchslos und duldet entsprechend der Anzahl der vorhandenen Rucksäcke eine bestimmte Menge an Gegenständen. Das Stapeln oder Kombinieren von Objekten im Inventar ist also nicht nötig. Dabei finden sich neben den üblichen Hieb-, Stich und Schusswaffen auch Rüstungsteile und Ringe oder Amulette, welche neben der eigenen Verschönerung auch prima als Geschenk für den oder die Angebetete funktionieren. Aber auch Runen und Tränke oder Verbände sowie Gifte und Fallen warten in Kisten und Kadavern auf ihre Entdeckung.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist das Zusammenspiel der Kräfte. Denn die Kämpfe verlangen geradezu eine taktikorientierte Vorgehensweise. Zum Glück verschafft die Pausentaste Zeit zum Nachdenken bis wir jedem unserer Recken den passenden Befehl gegeben haben. Ein System, welches sich wie ein roter Faden durch alle BioWare Spiele zieht. Zum richtigen Genuss für Profis wird indes die Möglichkeit, den Charakteren umfangreiche Vorgaben mit auf den Weg zu geben und so recht dynamische Handlungsabfolgen vorzubereiten.
Die Musik- und Sounduntermalung ist hingegen frei von jedem Tadel. Grafisch gehört Dragon Age - Origins eher zum Mittelfeld. Zwar sind die vielen Quests und Nebenquests schön ausgeleuchtet und abwechslungsreich gestaltet, vermiesen dafür aber den positiven Eindruck durch matschige und grobe Texturen. Selbst die Gesichter wirken für BioWare-Verhältnisse leblos und steril. Das ist enttäuschend zumal die Entwickler mit Mass Effect zeigten, dass sie auch mit Gesichtsanimationen sehr gut umgehen können. Auch ärgern die schlauchförmigen Wege. Gerade bei Rollenspielen will ich mich auch abseits der Hauptwege auf Entdeckungstour begeben. Wirklich schade! So bleibt bei der optischen Präsentation ein durchwachsener Eindruck zumal die Grafikfehler (siehe Bild) das Spielerlebnis oft empfindlich stören.

GameTreeOnline: Dragon Age: Origins Standard Edition
GameTreeOnline: Dragon Age: Origins Deluxe Edition
Hilfe für die Grauen Wächter
Drei Völker sind es, die im Königreich Ferelden lange Zeit in friedlicher Eintracht lebten. Zu verdanken hatten die Menschen, Zwergen und Elfen das dem Gleichgewicht der Kräfte zwischen den Grauen Wächtern und der Dunklen Brut. Doch die Grauen Wächter werden schwächer und so macht sich das Oberhaupt auf die Suche nach würdigen Nachfolgern. Als ein junger und mutiger Streiter schließlich die gefährliche Aufnahmeprüfung besteht, scheint es auch schon fast zu spät zu sein. Denn ein Verrat entzweit die Völker und bringt dem König den Tod. Nur der Abenteurer Alistair und der frisch angeworbene Kämpfer in dessen Rolle wir schlüpfen, können den Untergang von Ferelden noch abwenden. Doch dazu müssen die Völker erst vereint, der Verrat aufgedeckt und der Schuldige getötet werden.BioWare versteht es wieder einmal, eine große Geschichte mit viel Herz und pathetischen Momenten zu verpacken und schafft es dabei routiniert zu kaschieren, dass wir ähnliche Geschichten schon zu Hauf vorgesetzt bekamen. Zu verdanken haben wir das den liebevoll ausgearbeiteten Charakteren, die bis zum kleinsten NPC glaubwürdig und stimmig wirken. Und damit beweisen die Entwickler wieder, dass die Quintessenz eines jeden Rollenspiels nun mal eine gut ausgearbeitete Geschichte ist.
Nichts für Schnellstarter
Wie es sich für ein anständiges Rollenspiel gehört, wartet vor dem Abenteuer die Selbstfindung auf uns. Und auch wenn die Charaktererstellung anfangs übersichtlich wirkt, so wird doch schnell klar, wie komplex die Möglichkeiten sind. BioWare-typisch ist die Rolle der Geschlechter gleichberechtigt und auch ein heißer Flirt und sogar eine feurige Liebschaft mit NPC‘s ist möglich. Alle anderen Entscheidungen hingegen wirken sich spielentscheidend aus und wollen gut überlegt sein.Schon die Rassenwahl hat ihre Besonderheiten. Die Menschen beispielsweise stellen den zerstritten, aber immerhin größten Teil der Bevölkerung während die Elfen durch ihre Versklavung durch den Menschen zurückgezogen und in Harmonie mit Natur und Magie leben. Die Zwerge hingegen hausen in der unterirdischen Stadt Orzammar und leiden am schlimmsten und der stärker werdenden Macht der Dunklen Brut. Stück für Stück erobert der Feind die Heimat der Zwergen und treibt diese immer mehr in die Enge. Abhängig von unserer Entscheidung werden wir in einer von sechs Grundgeschichten in die Hintergründe des Volks eingeweiht. Auch das ist zwar nicht neu, wurde aber bisher noch nie so konsequent umgesetzt. Denn Dragon Age - Origins lässt uns diese Geschichte einfach selbst erzählen, indem wir den Verlauf selbst spielen und dabei die Vorgeschichte auch durch verschiedene Lösungswege in die ein oder andere Richtung lenken. Das dauert gut eine Stunde und wird ungeduldige Spieler vielleicht ärgern. Aber selten fühlte ich mich so detailliert auf ein Abenteuer vorbereitet wie bei Dragon Age.
Die fünf Charakterattribute und Fähigkeiten wie Stärke, Magie, Geschicklichkeit, Willenskraft, Klugheit und Konstitution sind hingegen gängig. Ebenso wenig überrascht der für alle Klassen identische Fähigkeiten-Baum, der mit seinen vier Stufen eine Verbesserung der Kampftechniken sowie eine Aufwertung der Fähigkeiten im Stehlen, Manipulieren, Fallen Entschärfen und Erstellen von Tränken und Giften erlaubt. Besonders bei der Wahl eurer Talente solltet ihr mit Bedacht vorgehen, denn die Möglichkeit zum Erlernen weiterer Talente gibt euch das Spiel nur alle drei Level. Letztendlich bleibt noch die Wahl der Stimme und des Aussehens. Leider entschieden sich die Entwickler dazu, unseren Schützling meist schweigsam durch Ferelden marschieren zu lassen. Nur hin und wieder hören wir oft unpassende Kommentare.
Aus drei mach zwölf
Interessant ist die Designentscheidung, die Klassenwahl auf drei zu beschränken und dann im Laufe des Spiels mit verschiedenen Laufbahnen die Möglichkeit der Spezialisierung zu geben. Und so werden aus drei plötzlich zwölf Klassen. Das Charaktersystem dahinter ist dabei recht einfach gestrickt und erlaubt eine Verteilung von allgemeinen Fähigkeiten wie dem Handwerk, Überleben usw. Während diese Eigenschaften für alle Klassen verfügbar sind, ergänzen klassenspezifische Fähigkeiten wie unterschiedliche Magiearten und Waffenfertigkeiten das Repertoire. Das Skill-System hingegen überrascht durch eine unglaubliche Tiefe und erstreckt sich über aktive und passive Fähigkeiten für einzelne wie für die ganze Gruppe. Hier bleibt viel Spielraum für verschiedene Taktiken.Wer viel forscht, entdeckt viel. Diese Grundformel wirft immer wieder die Frage nach dem Inventarsystem in einem Rollenspiel auf. Dragon Age zeigt sich hierbei recht anspruchslos und duldet entsprechend der Anzahl der vorhandenen Rucksäcke eine bestimmte Menge an Gegenständen. Das Stapeln oder Kombinieren von Objekten im Inventar ist also nicht nötig. Dabei finden sich neben den üblichen Hieb-, Stich und Schusswaffen auch Rüstungsteile und Ringe oder Amulette, welche neben der eigenen Verschönerung auch prima als Geschenk für den oder die Angebetete funktionieren. Aber auch Runen und Tränke oder Verbände sowie Gifte und Fallen warten in Kisten und Kadavern auf ihre Entdeckung.
Teamarbeit
Natürlich lernen wir im Laufe der stark dialoglastigen und wendungsreichen Geschichte viele Charaktere kennen, von denen sich einige unserer Gruppe anschließen oder im Gegenteil auch gegen uns wenden. Das hängt von unseren Antworten und unserem Verhalten ab und kann uns im ungünstigsten Fall sogar lang währende Feindschaften einbringen. Aber auch Gruppenmitglieder reagieren dank eines Rufsystems stark auf unsere Entscheidungen. Das führt bei den verschiedenen Charakteren zwangsläufig zu Spannungen und in Einzelfällen auch zu Trennungen. Normalerweise besteht die Gruppe aus maximal vier Personen, welche an bestimmten Punkten des Spiels ausgewählt werden dürfen. Dabei wird gerade bei der Interaktion der Gruppenmitglieder untereinander deutlich, mit wie viel Liebe zum Detail die Entwickler gearbeitet haben. So wurden die Kommentare und Merkmale der einzelnen Charaktere so ausgearbeitet, dass uns die Mitstreiter schnell ans Herz wachsen und ihr Schicksal in unseren Händen bald zu einer Gewissenssache wird.Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist das Zusammenspiel der Kräfte. Denn die Kämpfe verlangen geradezu eine taktikorientierte Vorgehensweise. Zum Glück verschafft die Pausentaste Zeit zum Nachdenken bis wir jedem unserer Recken den passenden Befehl gegeben haben. Ein System, welches sich wie ein roter Faden durch alle BioWare Spiele zieht. Zum richtigen Genuss für Profis wird indes die Möglichkeit, den Charakteren umfangreiche Vorgaben mit auf den Weg zu geben und so recht dynamische Handlungsabfolgen vorzubereiten.
Licht und Schatten
Während die Kombination der Tastatur mit der Maus dank Hotkeys wunderbar funktioniert, muss ich die Portierung bezüglich der Lokalisierung rügen. Denn die wurde glatt vergessen! Das ist um so ärgerlicher, zumal die Geschichte und die hervorragenden Dialoge es durchaus verdienen, komplett verstanden zu werden und die deutsche Synchronisation ausnahmsweise gelungen ist. Da hoffe ich auf Nachbesserung.Die Musik- und Sounduntermalung ist hingegen frei von jedem Tadel. Grafisch gehört Dragon Age - Origins eher zum Mittelfeld. Zwar sind die vielen Quests und Nebenquests schön ausgeleuchtet und abwechslungsreich gestaltet, vermiesen dafür aber den positiven Eindruck durch matschige und grobe Texturen. Selbst die Gesichter wirken für BioWare-Verhältnisse leblos und steril. Das ist enttäuschend zumal die Entwickler mit Mass Effect zeigten, dass sie auch mit Gesichtsanimationen sehr gut umgehen können. Auch ärgern die schlauchförmigen Wege. Gerade bei Rollenspielen will ich mich auch abseits der Hauptwege auf Entdeckungstour begeben. Wirklich schade! So bleibt bei der optischen Präsentation ein durchwachsener Eindruck zumal die Grafikfehler (siehe Bild) das Spielerlebnis oft empfindlich stören.

Fazit
Dragon Age - Origins ist wieder einmal ein willkommener Zeitdieb, der dank einer ungeheuer stimmigen und düsteren Fantasy-Welt und der extrem detaillierten Charaktere wie ein Magnet auf Abenteurer wirkt. Auch wenn die Geschichte alles andere als neu ist und die technische Umsetzung der großartigen Erzählkunst der Entwickler hinterher rennt, so gehört das Spiel in jede gute Sammlung eines Rollenspiel-Fans. Zumindest sofern er der englischen Sprache mächtig ist.GameTreeOnline: Dragon Age: Origins Standard Edition
GameTreeOnline: Dragon Age: Origins Deluxe Edition

POSITIV
- vielseitige und hervorragend erzählte Geschichte
- sehr detailliert ausgearbeitete Charaktere
- gutes Levelsystem
- sehr detailliert ausgearbeitete Charaktere
- gutes Levelsystem
NEGATIV
- fehlende deutsche Synchronisation
- schlauchartige Wege
- technische Schwächen
- schlauchartige Wege
- technische Schwächen
86%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
mittel
sehr gut
(n.v.)
mittel
sehr gut
(n.v.)
mittel
| MINIMUM | STANDARD | OPTIMUM | TESTRECHNER |
| Intel Core 2 Duo 2,0 Ghz 1536 MB RAM ab Radeon 1600 oder GeForce 7300 17 GB Festplatte Mac OS X 10.6.2 |
Intel Core 2 Duo 2,4 Ghz 2048 MB RAM 256 MB Grafikkarte Mac OS X 10.6.2 |
Intel Core 2 Duo 3,06 Ghz 4096 MB RAM 512 MB Grafikkarte Mac OS X 10.6.2 |
iMac 27" Intel Core 2 Duo 3,06 Ghz 8192 MB RAM Radeon HD 4850 Mac OS X 10.6.2 |
* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Dragon Age - Origins" bereit.





