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Europa Universalis Rome

Testbericht von Dmitri

Entwickler: Paradox Interactive
Herausgeber: RuneSoft
System: Mac OS X*
Erschienen: Herbst 2008 in Deutsch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Strategie / Wirtschaft
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 35-40 ¤
Demo: n.v.
Freigabe: ab 12 Jahren, Infos zur USK
Mittelalter, Renaissance, Industrialisierung und der Zweite Weltkrieg – die Strategiefans von Paradox Entertainment haben mittlerweile eine große Bandbreite der menschlichen Geschichte versoftet. Mit Rome folgt der nächste Wurf, den Virtual Programming in Windeseile auch für den Macintosh portierte.

Spielerisch geht es hier weit zurück in der Menschheitsgeschichte – statt sich wie bei Hearts of Iron mit Stahlkolossen und Artillerie eins überzubügeln oder Schützenformationen wie in Victoria aufmarschieren zu lassen, dürfen Strategen den Aufstieg des alten Imperium Romanum nachspielen. Entgegen der üblichen Simulationsregeln bei Paradox beschränkt sich die Handlung dieses Mal jedoch ausschließlich auf den Mittelmeerraum, wodurch andere interessante Herausforderungen zu dieser Zeit (Stichwort: China, Mittelamerika) komplett ausgeschlossen werden.

Außerdem beging man den schwerwiegenden Fehler, aus einem einmaligen Missgeschick nichts zu lernen. Das Strategical Crusader Kings nervte nämlich bereits vor Jahren Spieler mit seinem unsäglich drögen Charakter-Management, das nun durch die Hintertür auch wieder bei Europa Universalis Rome Einzug gefunden hat. Wie Anno dazumal verschwendet ihr also einen Großteil eurer Freizeit damit, bestimmte Charaktere auf Armeen und Ämter zu verteilen. Nicht das es einen spürbar bleibenden Einfluss auf euer Reich hätte, zumal praktisch im Fünf-Minuten-Takt irgendein Attentäter einen der Charaktere Richtung Walhalla befördert.

Die KI ist katastrophal wenn es um die Führung der eigenen Truppen geht und verheizt völlig demoralisierte Gegner schon mal im Frontalangriff, statt sich zurückzuziehen und eine bessere Gelegenheit abzuwarten. Stellenweise ruiniert die künstliche Intelligenz auch einfach eine Nation wirtschaftlich und überlässt selbige dann demjenigen kampflos, der zuerst einmarschiert. Dazu kommt ein zu geringer (spielerischer) Unterschied zwischen den Staatsformen Monarchie und Republik und da die Karte so klein ist, seid ihr bei einem Start mit einer größeren Nation auf der sicheren Seite und habt nie mit großen Herausforderungen zu kämpfen. Das Balancing ist tatsächlich ausgesprochen unausgewogen und lässt das ansonsten von Paradox gewohnte Fingerspitzengefühl vermissen. Und das Interface toppt sogar noch bisherige Paradox Titel – wer etwa über den Aufenthaltsort seiner Diplomaten Bescheid wissen möchte, muss sich ganze acht (!) Mal mit der Maus durch das Menü klicken.

Der größte Feind ist allerdings die Langeweile: Wo bei Europa Universalis oder sogar Crusader King noch Prestige Punkte einen Anhaltspunkt über die eigene Leistung angaben, sucht man ähnliches in Rome vergeblich – keine Statusleiste, kein Punktekonto spornt allein durch bloße Existenz zu Höchstleistungen an. Vielmehr läuft der Titel ziellos über die gesamte Zeit, ehe dann abrupt Ende ist und ein Screen von der Ankunft des Christentums kündet. Das war es dann – nachträgliche Auswertungen, Statistiken oder ein Replay wurden schlichtweg vergessen. Und bevor wir es vergessen: Liebevoll recherchierte historische Events wie in Hearts of Iron 2 oder Europa Universalis 2 sind auch hier wieder einmal nicht enthalten.

Und als wäre die Spielmechanik dieses Mal nicht schon völlig in die Hose gegangen, macht Europa Universalis Rome auch noch technisch nichts her: Als Grafik-Engine dient eine aufgebohrte Version von Europa Universalis 3, dass sich in dieser Beziehung ja leider nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Über die (nicht vorhandenen) Animationen hülle ich mich lieber in Schweigen und lasse mir immerhin noch ein Lob für die Charakterporträts abringen, denn die sind tatsächlich hübsch geworden. Auch der Sound kriegt die Kurve nicht: Zwar sind die eher ruhigeren Melodien keineswegs schlecht geraten, entfesseln aber längst nicht so Begeisterung wie die wesentlich packenderen Melodien eines Hearts of Iron oder Europa Universalis 2, wo zudem zwischen den Zuständen im Spiel (Friedenszeit/Kriegszeit) unterschieden wurde.

Wer bei Europa Universalis Rome bereits zugeschlagen hat oder noch unbedingt möchte, der wartet besser auf den kommenden Patch 1.3, der bei der PC-Fassung einige Ungereimtheiten beseitige, jedoch auch an den grundlegenden Schwächen nichts ändern konnte. Stattdessen soll eine neue Erweiterung namens Vae Victis nun Abhilfe schaffen – stellt sich die Frage, warum man als Käufer immer erst auf Erweiterungen warten muss?

Fazit

Sorry, aber sowas kann Paradox sich wirklich klemmen. Europa Universalis Rome spielt sich wie ein abgespecktes Europa Universalis 3, ohne den Titel jedoch allgemein zugänglicher zu machen. Dabei war die Komplexität stets der größte Vorteil der Serie. Daher – wenn schon weniger drumherum, dann bitte auch Präsentation und Steuerung wie bei anderen Genregrößen. So kommt Rome hingegen nicht über ein äußerst mäßiges Resultat hinaus und wird noch viele viele Addons und Verbesserungen seitens der unermüdlichen Fanbase benötigen, ehe es wirklich spielenswert ist.

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POSITIV
- unverbrauchtes Szenario
- erweiterbar durch Community
NEGATIV
- keine historischen Events
- geringer Umfang
- schlechtes Balancing
52%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
schlecht
mittel
(n. getestet)
einfach
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G5 1,6 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
(ab GeForce/Radeon)
700 MB Festplatte
Mac OS X 10.3.9
Internetverbindung
G5 / Intel 2,0 Ghz
1024 MB RAM
64 MB Grafikkarte
700 MB Festplatte
Mac OS X 10.4.11
G5 / Intel 2,0 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
700 MB Festplatte
Mac OS X 10.4.11
iMac G5 2 Ghz
2048 MB RAM
ATI Radeon 9600 (128 MB)
Mac OS X 10.4.11

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Europa Universalis Rome" bereit.