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Prey

Testbericht von Harald

Entwickler: 3D Realms
Herausgeber: ASH
System: Mac OS X*
Erschienen: Frühjahr 2007 in Englisch
Plattform: PPC / Intel*
Genre: Action
sonstige Kosten: keine
Kaufpreis: 45-50 ¤
Demo: Ja, Download now!
Freigabe: ab 18 Jahren, Infos zur USK
„Es ist genug. Es wird Zeit, dass ich etwas ändere“. Tommy weiß, dass ein Leben in einem Indianerreservat keine Zukunft hat. Und ihm ist klar, dass wenn er etwas aus seinem Leben machen möchte, er seiner Vergangenheit und seinem bisherigen Leben den Rücken kehren muss. Aber da ist Jen, seine große Liebe – sie denkt nicht daran, ihr Zuhause und ihr Erbe im Stich zu lassen. Gemeinsam mit seinem Großvater Enisi versucht Jen Tommy begreiflich zu machen, warum es so wichtig ist, seine Wurzeln zu akzeptieren und sein Erbe anzunehmen. Doch das Schicksal hat anderes mit ihnen vor. Plötzlich und wie aus dem Nichts bebt das Haus und alle drei werden in ein Raumschiff gezogen. Aber die Aliens haben nicht nur sie entführt. Viele weitere Menschen teilen ihr Schicksal und Tommy muss mit ansehen wie diese Menschen mit einer Tötungsmaschine qualvoll massakriert werden. Da naht Hilfe. Ein Fremder setzt die Anlage für kurze Zeit außer Gefecht. Genug Zeit für Tommy zur Flucht. Als dieser mit ansehen muss, wie sein Großvater abgeschlachtet wird, schwört Tommy Rache. Doch zunächst ist da noch Jen, die unaufhaltsam im Förderband des Todes ihrem Ende entgegen geht. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Was lange währt...

Nein, Bruce Willis hat keinen neuen Actionstreifen in Produktion. Vielmehr handelt es sich bei Prey um den neuesten Ego-Shooter-Streich aus dem Hause 3D Realms. Dabei ist neu sehr relativ. Zwar erschien das Produkt gerade erst für den Mac und im Herbst letzten Jahres für PC und X-Box 360, befand sich aber seit über elf Jahren in der Entwicklung und sorgte bereits 1995 für erste hochgezogene Augenbrauen. Warum es so lange gedauert hat? Nun, die Entwickler bauten auf eine sogenannte Portal-Technologie, die es ermöglicht in andere Level wie in ein Fenster zu blicken und diese auch darüber zu betreten. Und damit halste sich 3D Realms mehr Probleme auf, als ihnen lieb war. Denn technische Schwierigkeiten sorgten erst für Terminverschiebungen und schließlich musste das Projekt komplett an Human Head, welche bisher durch Spiele wie Rune auf sich aufmerksam machten, abgegeben werden. Diese bauten Prey schließlich auf die Doom 3-Engine auf, welche dieses ehrgeizige Projekt erst möglich machte.

Prey – Das Adventure

Wer bei diesem Game übliche geradlinige Ballerkost ohne wenn und aber sucht, muss umdenken. Und das in jeder Hinsicht. Denn Prey bietet und verlangt weit mehr als übliche Ego-Shooter wie Doom 3. So setzen die Macher auf eine Geschichte mit vielen Nebenhandlungen. Befreie die Freundin, versuche anhand von Nachrichtensendungen herauszufinden, was auf der Erde vor sich geht, welche Bewandtnis hat es mit diesem halborganischen Raumschiff und welche Stimme spricht da zu mir und zwar nur zu mir? Und dann ist das so eine Sache mit dem Sterben. Denn die ewigen Jagdgründe wollen Tommy einfach nicht. Stattdessen bringt ihn sein verstorbener Großvater in eine Zwischenwelt, in der wir mit Pfeil und Bogen feindliche Seelen „befreien“ und damit unsere Lebens- und spirituellen Kräfte wieder aufladen können. Letztere sind nötig, um später unseren Körper zu verlassen und als Geist Schalter zu betätigen, an die wir in fleischlicher Gestalt nicht heran kämen. Damit wir uns nicht so allein fühlen, bekommen wir einen Falken als spirituellen Führer zur Seite gestellt. Aber warum verwandeln sich die Seelen toter Kinder zu bösartigen Killern und was haben wir damit zu tun? So viele Fragen – aber keine Antworten.

Tatsächlich bekommt man schnell den Eindruck, dass sich die Macher etwas verzettelt haben. Denn all diese Fragen werden entweder gar nicht oder nur teilweise beantwortet. Hier hätte man sicher gut daran getan, weniger Handlungsstränge einzuführen, diese aber konsequent zu Ende zu erzählen. Auch die hervorragende Idee des „Spirit Walk“ wurde leider nicht konsequent umgesetzt. Zwar kann ich über Brücken gehen, Räume betreten, Feinde angreifen und Schalter umlegen, allerdings nützt mir das Erkunden der Level herzlich wenig, wenn die Feinde erst beim Durchschreiten materialisieren. Auch alternative Handlungen wären so eine prima Bereicherung des Spiels.

Aber das ist noch lange nicht alles! Auch beim Ballern muss der Spieler umdenken. Denn Prey nutzt eine Umkehrung der Gravitation, um den Spieler zu verwirren und ihm Gegner auch von der Decke zu bescheren. Wer also beschossen wird, tut gut daran auch einmal über seinen Kopf zu schauen. Diese Orientierungsrätsel werden euch immer wieder ausbremsen und vor neue Herausforderungen stellen. Denn kommt ihr einmal nicht weiter, hilft oft das Umdrehen der Gravitation. Und damit ihr nicht vom „rechten Weg“ abkommt, sind eure Wege über magnetische Pfade vorgegeben. Das ist mit unter extrem verwirrend, zumal Portalkisten euch nicht nur in andere Level befördern, sondern auch einmal auf eine Seitenwand, an die Decke oder gar auf eine Kugel, die ihr vorher noch von außen betrachtet habt und die vom Umfang maximal mit einem Fußball zu vergleichen ist. Eine super Idee mit manchem Aha-Effekt aber auch sehr oft des guten zu viel da die Level sich so ähneln, dass eine Orientierung fast unmöglich wird. Aber eben nur fast. Denn irgendwie bekommt man doch immer wieder Kurve.

Prey – Der Ego-Shooter

Bei diesem ausgeprägten Rätselakzent könnte man fast vergessen, dass man es hier mit einem Ego-Shooter zu tun hat. Und tatsächlich geben die Rätsel dem Spiel einen außergewöhnlichen Rhythmus. Denn der Ballerspaß macht nur knapp die Hälfte des Spiels aus. Dabei fällt aber der Ideenreichtum im Vergleich zu anderen Shootern ernüchternd konventionell aus. Zehn Gegnertypen von denen manche extrem clever zu Werke gehen und vier Bossgegner, die dagegen mehr als einfältig vor sich hin ballern und leichte Kost für den Spieler darstellen. Dabei endet jegliche KI aber an einer Tür. Keiner der Aliens kommt auf die Idee, dem Spieler in den Nebenraum zu folgen. So wird das nix mit der Weltherrschaft! Zudem ist die Idee, beim Ableben in einer Zwischenwelt neue Lebensenergie zu tanken, anstatt den Spielstand neu zu laden ein toller Einfall. Nimmt dem Game aber irgendwie viel Spannung. Im Falle eines Falles hab ich ja nix zu befürchten. Ein kurzes „Zwischenspiel“ und ich werde an sicherer Stelle wieder ins Spiel gebracht. Ja, mehr noch: Mit unter führe ich mein Ableben gezielt herbei, um neue spirituelle Energie zu tanken bzw. um mich aus einer brenzligen Situation zu befreien. Denn das Spiel „bemerkt“ wenn ein Spieler überfordert ist und passt die Bedingungen entsprechend an. Aber diese Methode ist nicht die einzige um meine übernatürlichen Kräfte aufzufüllen. Auch bei verblichenen Gegnern kann man für kurze Zeit deren Energie aufnehmen.

Die Waffenvielfalt hält sich in Grenzen. Natürlich darf weder das Zielfernrohr, noch eine als Handgranate zu missbrauchendes „Krabbenwesen“ fehlen. Aber an die Möglichkeit eines Anti-Grav-Gewehrs hat man beispielsweise nicht gedacht. Dabei hätten sich gerade solche Waffen bei diesem Spiel mehr als angeboten. Dafür darf ich zwischendurch Raumgleiter fliegen und mir mit anderen fliegenden Elementen Gefechte liefern. Nur haben die Designer diese Idee auch vergeigt. Spannung kommt hier nämlich nicht auf. Man halte den Feind mit dem Traktorstrahl fest und blase ihm in aller Ruhe das Lebenslicht aus. Einfacher geht es wirklich nicht.

Alles eine Frage der Physik

Was die Physik angeht, zieht dieses Spiel ganz einsam an der Spitze seine Kreise. Bisher ist mir etwas vergleichbares noch nicht untergekommen. Gegenstände verhalten sich korrekt. Fallen Kisten auf den Boden, öffnet sich manchmal der Deckel und gibt ein Portal frei, welches mich in einen anderen Raum lässt, aber auch Gegner auf „meine Seite“ führt. Waffen und Gegenstände aber auch Lebewesen fallen bei Veränderung der Gravitation absolut glaubwürdig und abgeschossene Gegner verlieren den Halt und fallen hunderte von Meter in den Abgrund, die Waffe hinterher. Und auch dabei bewegen sich die Gliedmaße korrekt. Fluggeräte steuern sich butterweich und auch sonst verhalten sich Geschosse und Granaten genau so, wie man das von ihnen erwartet. Anders gesagt: Bei diesem Spiel werden Augen und Münder mehr als einmal weit offen stehen und alles was an Shootern folgt, wird sich hier mit Prey messen lassen müssen.

Und sonst?

zeigt sich das Spiel in sehr guter Form. Der Soundtrack begeistert durch opulenten Orchestersound, die englische Sprachausgabe wird mit deutschen Untertiteln übersetzt und speichern kann man zu jedem Zeitpunkt. Auch Onlineschlachten sind möglich und Mod‘s können bequem über das Menü geladen werden. Die Grafikeinstellungen können den eigenen Hardwareanforderungen angepasst werden, sogar spielen im Fenstermodus ist möglich, was bei Ego-Shootern eher selten ist.

Hinweis: Intel Onboard Grafikchips wie der GMA 950 Chip werden nicht unterstützt.

Fazit

Zeit, Bilanz zu ziehen. Ja, die Story ist teils dramaturgisch unausgegoren und ja, der Shooter bewegt sich irgendwo zwischen Quake 4 und Doom 3. Legen wir die Lupe aber einmal weg und treten zwei Schritte zurück, so zeigt sich Prey als spannender und stets motivierender Action-Adventure-Shooter, der sein Genre behutsam weiterentwickelt und frischen Wind in dieses Metier bringt. Wer sich an den teils drastischen Bildern nicht stört, bereits 18 Jahre alt ist und einen Draht zu Rätseln hat, erlebt ca. 15 spannende Stunden ohne große Frustmomente.

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POSITIV
- Physikengine
- Rätsel
- Musik
NEGATIV
- wenige, teils stupide Gegner
- unnötige Wiederholungen
- Leveldesign sehr linear
85%
Grafik:
Sound:
Netzwerkspiel:
Schwierigkeit:
sehr gut
sehr gut
(n. getestet)
mittel
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MINIMUM STANDARD OPTIMUM TESTRECHNER
G5 / Core 1,8 Ghz
512 MB RAM
64 MB Grafikkarte
Radeon 9600 oder
Geforce 6600
DVD-Laufwerk
Mac OS X 10.3.9
G5 / Core 2 Ghz
1024 MB RAM
128 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
Core Duo 2,1
1536 MB RAM
256 MB Grafikkarte
Mac OS X 10.4.8
MacBook Pro 2 Ghz
2048 MB RAM
Radeon X1600
Mac OS X 10.4.8

* Diese Angaben beziehen sich auf den Zeitpunkt als der Artikel geschrieben wurde. Eventuell stehen auf der Homepage des Herausgebers bzw. Entwicklers Updates für "Prey" bereit.