IM FOKUS






FORUM AKTUELL
» weitere aktuelle Themen
Werbung

Doom - Der Film

von Simon

Regie: Andrzej Bartkowiak
Laufzeit: 104 Minuten
Kinostart: USA (21. Oktober 2005), Deutschland (27. Oktober 2005)
Genre: Action / Sci-Fi / Horror
Schauspieler: Karl Urban, Rosamund Pike, Dwayne "The Rock" Johnson, Ben Daniels, Razaaq Adoti, Dhobi Oparei, Richard Brake, Al Weaver, Yao Chin

Ein Jahr nachdem der dritte Teil des absoluten Renners auf dem PC-Spielemarkt veröffentlicht wurde und circa sieben Monate nach der Mac-Version, geht der Kampf gegen die Zombies auf der großen Leinwand weiter!
Action- und Wrestling-Star Dwayne "The Rock" Johnson (auch bekannt aus Die Mumie kehrt zurück oder The Skorpion-King) kommt dabei ganz schön ins Schwitzen...

Als eine gewaltige Invasion von Dämonen und Zombies den UAC-Stützpunkt der Menschen auf dem Mars komplett zerstört, bleibt nur Chaos und absoluter Horror: In kürzester Zeit verwandelt sich alles Leben in menschenfressende Zombies. Aber John Grimm (Karl Urban – auch bekannt aus Die Bourne Verschwörung, Riddick – Chroniken eines Kriegers oder Der Herr der Ringe (Teil 2 & 3)), Mitglied einer Spezialeinheit und unter der Führung des knallharten Sarge (The Rock), kämpft mit einer kleinen Gruppe von Überlebenden gegen das Böse, das überall auf sie zu lauern scheint. Mit ihrem Team verschließen sie das Portal zur Erde und von nun an brauchen sie jede Waffe, die ihnen in die Hände fällt, um ihren Befehl ausführen zu können. Dieser lautet: Nichts und niemand verlässt lebend die Station! Doch leider laufen die Dinge nicht so wie geplant...

Eine kleine Firma aus Mesquite in Texas, namens id Software, veröffentlichte am 10. Dezember 1993 ihr neues bahnbrechendes Spiel Doom. Als technisch überwältigendes Meisterwerk mit einer explosiven Mischung aus nervenzerreißender Action und unbeschreiblichem Grauen leitete Doom in der Branche der Videospiele einen Generationswechsel ein: Die sogenannte First-Person-Perspektive, durch die der User durch die Augen eines Spielcharakters die virtuelle Welt am Bildschirm erkundet und Feinde vernichtet, war geboren. Doom führte weitere Neuerungen ein: Das Spielen mit mehreren Usern über Netzwerke, File-Shareware (kostenlose Downloads von Demo-Leveln des Spiels), sowie ein System, dass den User ermutigt, ein Level zu modifizieren und eigene zu kreieren. Mit millionenfach verkauften Spielen, Shareware-Downloads im siebenstelligen Bereich, unzähligen Preisen und Kritikerauszeichnungen ist Doom zu einem der beliebtesten Videospiele aller Zeiten geworden.

Der Erfolg der Spiele führte natürlich unweigerlich zu einer riesigen Fangemeinde, und genau für diese Fans ist der Film gedacht. Ich denke kaum, dass sich die Produzenten und Verantwortlichen in den Chefetagen hingesetzt haben, um mit Doom einen Film zu drehen, der bei den Filmkritikern gut ankommt oder gar eine Oscar-Nominierung erhält. Dies heißt, man bekommt einen soliden Action-Film mit fast allen Elementen aus dem Spiel, der sich zu keinem Zeitpunkt selbst ernst nimmt. Action und Fun pur, mit dünner jedoch nicht uninteressanter Story.

Schauspielerisch sollte man auch keine Offenbarungen erwarten. Ich meine, was soll man denn bei einem solchen Film denn schon für Gefühle oder Mimik zeigen, wenn es darum geht gegen Zombies und allerlei andere Kreaturen um das nackte Überleben zu kämpfen, sowie die Sicherheit der gesamten Menschheit zu wahren. Bei solchen Filmen will man unterhalten werden, will man mitfiebern und am Ende mit einem Grinsen auf dem Gesicht aus dem Kino gehen. Und so spielen Karl Urban und The Rock ihren Part solide. Während The Rock den ganzen Film über hart und kompromisslos bleibt, dabei aber auch immer mal einen coolen Spruch auf den Lippen hat, kann Urban auch mal etwas mehr Gefühle zeigen, da er nicht nur seine Schwester Dr. Samantha Grimm (Rosamund Pike – bekannt aus James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag) vor den Monstern schützen muss, sondern auch schlechte Erinnerungen mit dem Mars-Stützpunkt hat.

Die Story des Spiels wurde für den Film etwas abgeändert, so hat man hier keine Tore, die direkt in die Hölle führen, sondern es musste das aktuelle Thema um Genmanipulation herhalten. Durch die Injektion eines zusätzlichen 24. Chromosoms verwandelt sich der Mensch entweder in einen Super-Menschen oder in ein Mega-Monster, ganz nach Veranlagung des Menschen für Gut und Böse. Die ganzen Kämpfe und Schlachten sind natürlich, zur Freude aller Doom-Fans, sehr blutig gehalten. Der Splattergehalt kann sich durchaus sehen lassen, zumal das CGI-Blut ganz gut in Szene gesetzt wurde. Es mangelt also keinesfalls an abgetrennten Gliedmaßen, da verwundert eine Altersfreigabe ab 18 Jahren nicht im Geringsten. Natürlich ist das ganze Waffenarsenal aus dem Spiel integriert, die BFG (das steht für Bio-Force-Gun oder bei Fans für Big-Fucking-Gun) darf da genauso wenig fehlen wie die Kettensäge. Das ganze Geschehen ist natürlich passend mit einem industriellen Sound unterlegt.

Das Herzstück des Films ist aber die dreiminütige Szene, in der sich Grimm (Nickname: Reaper) wie im Spiel aus der Ich-Perspektive durch die Gänge ballert, und dabei alle Register der First-Person-Shooter zieht; Campen, Bomben, Snipern, Fistfights und zu guter Letzt der Einsatz der berüchtigten Kettensäge. Im Kino hatte ich zwei Worte im Kopf: Cheater und God-Mode, einfach klasse.

Fazit

Egal was andere eventuell sagen, dieser Film ist sehr gut für das was er ist: Ein unbekümmerter Actionfilm.

Ich habe das Spiel mit Vergnügen gespielt und es hat mich manchmal wirklich erschreckt, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich habe einen Horrorfilm erwartet, doch man realisiert schon nach kurzer Zeit, dass es nicht nur dies ist, sondern er auch eine Menge Action und sogar Humor bietet. Man könnte fast meinen, dass der Regisseur selbst ein Gamer ist, denn der Film ist wirklich wie für uns gemacht. Wenn man denkt, dass der Film "flach" ist, hat man Recht. Er ist es, und das mit voller Absicht.

Jeder der sich beschwert, dass es ein stumpfsinniger Schießfilm ist, sollte realisieren, dass dieser Film nicht für ihn ist und sollte sich eher einen anderen Film ansehen. Wenn man The Rock auch nicht leiden kann, sollte man sich ebenso an der Kinokasse für einen anderen Film entscheiden. Jedoch, wenn man das Spiel und unbekümmerte Action mag, ist dieser Film ist genau das Richtige. Und nochmal angemerkt, nicht jeder Film muss eine tiefe Bedeutung haben oder Emotionen hervorrufen... einige Filme sind einfach nur "For Fun" – und dies ist einer davon. Es ist ein wahrer Höllentrip, im positiven Sinne.


Weitere Informationen

Offizielle Homepage
Trailer